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Omniturm-Bau in Frankfurt : Ein Knick auf halber Höhe

  • -Aktualisiert am

Aufstrebend: An allen vier Ecken der Kreuzung von Neuer Mainzer Straße, Großer Fallusstraße und Taunustor stehen nun Hochhäuser. Bild: Helmut Fricke

Nirgends ist Frankfurt so amerikanisch wie an der Neuen Mainzer Straße. Zwischen den anderen Hochhäusern wächst der Omniturm. Wenn er fertig ist, soll er der Wahrnehmung einen Streich spielen.

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          Breitbeinig steht Jens Harder ganz oben auf dem Stahlgitter an der Spitze des Omniturms. Er beugt sich vor, kneift ein Auge zusammen und schaut mit dem anderen durch das Okular seines Infrarotgeräts. Mit dem Apparat peilt der Vermessungsingenieur einen langen Reflektorstab an, den ein Kollege in der Hand hält und ein Stockwerk tiefer auf dem Rand der Hochhaus-Schalung ruhen lässt. „Halber Zenti noch“, ruft Harder seinem Kollegen zu. Der gibt den Befehl nach unten weiter, und ein Arbeiter verändert dort mit einem Kettenzug die Position der Schalung, in die später der flüssige Beton für den Hochhauskern gegossen wird. Harder misst noch einmal nach. „Gut, lassen wir so!“

          Seit mehr als einem Jahr arbeiten Harder und seine Kollegen schon auf der Baustelle. Sie stehen immer an der Spitze des Rohbaus. Unter ihren Füßen wächst das Hochhaus langsam Etage für Etage. Ohne die Vermesser würde der Turm nicht kerzengerade in den Himmel ragen. Das ist bei diesem Hochhaus so wichtig wie bei jedem anderen. Aber der Omniturm spielt der Wahrnehmung einen Streich. Wenn er Mitte 2019 fertig ist, wird es so aussehen, als hätte das Hochhaus auf halber Höhe einen Knick. Der Kern in der Mitte des Turms steht aber natürlich aufrecht.

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