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In der Restaurierungswerkstatt : Den Atzmann wieder zum Leben erweckt

Steinerne Gäste: Im Depot des Museums geben sich Skulpturen ein Stelldichein. Bild: Frank Röth

Ob Faustkeil, römische Sandale oder mittelalterliche Figur: Was in der Frankfurter Erde gefunden wird, landet in der Werkstatt von Thomas Flügen – und füllt dort ganze Kisten.

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          Zwei Jahrhunderte lang ist der Atzmann im Schutt unter der Leonhardskirche begraben gewesen. Entdeckt hat ihn Frankfurts oberste Schatzgräberin Andrea Hampel, die mit ihrem Team sieben Jahre lang eine Grabungskampagne in St. Leonhard geführt und dort unzählige archäologische Relikte gefunden hat – unter anderem den Atzmann, eine Art stummer Diener, der in seinen Händen eine Pultplatte hält, auf der er einst dem Priester ein Buch zum Gebet oder Gesang darreichte.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jetzt wird der Atzmann mit vielen anderen bemerkenswerten Objekten im Dommuseum in der Ausstellung „Schätze aus dem Schutt – 800 Jahre St. Leonhard“ gezeigt. Doch es ist ein ganz anderer Atzmann als jener, den Hampel damals aus der Erde holte. Denn der steinerne Diakon wurde im Auftrag des Archäologischen Museums an der Borsigallee einer Schönheitsoperation unterzogen: Restauratoren säuberten die etwa 1,80 Meter hohe Figur Millimeter für Millimeter und beseitigten dabei mit Skalpell, Schaber, Pinsel und anderer Gerätschaft alle Verunreinigungen, die sich während der vergangenen 200 Jahre angelagert hatten.

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