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Architekt Jürgen Engel : „Ich möchte die Fußgänger schützen“

„Niemand geht da gerne spazieren“: Jürgen Engel findet den Verkehr auf der Neuen Mainzer Straße mörderisch. Bild: Michael Braunschädel

Nach den Vorstellungen des Architekten Jürgen Engel muss die Innenstadt einer Metropole wie Frankfurt für Passanten attraktiver werden. Ideen für die Zukunft von Theater und Oper, den Osthafen und den Zoo hat er auch.

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          Eine Stadt wie Frankfurt braucht Entwicklungsstrategien. In einer Interviewreihe der F.A.Z. kamen in den vergangenen Wochen verschiedene Experten zu Wort: Der Architekt Stefan Forster sprach sich unter anderem gegen die Eventisierung der Innenstädte aus. Christoph Mäckler, ebenfalls Architekt, argumentierte gegen die Verteufelung der Autos. Der Stadtplaner Torsten Becker bekannte derweil, dass ihn die Zeil anöde. Das Architektenduo Till Schneider und Michael Schumacher findet, dass sich Fußgängerzonen nicht bewährt haben. Die Architekten Claudia Meixner und Florian Schlüter wollen die Frankfurter Innenstadt beleben und eine Bühne im Osthafen bauen. Architektin Maren Harnack wundert sich über die vielen Abrisse in der Stadt. Im siebten Teil der Serie plädiert nun Jürgen Engel für Rücksicht auf Fußgänger.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Engel zeichnet viel. Ideen zu neuen Entwürfen sammelt der Architekt in einem schwarzen Notizbuch. Engel ist in Düsseldorf aufgewachsen und durch seinen Vater, einen Ingenieur, zur Architektur gekommen. Nach dem Studium leitete er vier Jahre lang das Frankfurter Büro von Oswald Mathias Ungers, bevor er als geschäftsführender Gesellschafter bei dem traditionsreichen Büro KSP einstieg, das inzwischen auch seinen Namen trägt. Mit mehr als 300 Mitarbeitern an sieben Standorten ist KSP Engel eines der größten deutschen Büros. In Frankfurt stammen von ihm unter anderem die Entwürfe für die Türme des Palais Quartiers und das Bürohochhaus Westend-Duo. Aber auch die Nationalbibliothek in Peking wurde von den Architekten entworfen und – ganz neu – die imposante Große Moschee von Algier. Frankfurt habe er viel zu verdanken, sagt Engel. „In Frankfurt kann man es aus eigenem Antrieb schaffen.“ Hier zähle nämlich keine Familie, kein Stand, nur die objektive Leistung.

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