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FAZ Plus Artikel Hygienezustände in Gaststätten : Ja, wo krabbeln sie denn?

Unter Kontrolle: Das Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen haben Lebensmittelkontrolleure besonders im Blick. Bild: Wonge Bergmann

Wegen „starken Ungezieferbefalls“ musste ein Lokal in Frankfurt kürzlich vorübergehend schließen. Viele Menschen wüssten schon gern, welches. Doch der Transparenz in der Lebensmittelkontrolle stehen Gesetze im Weg.

          Von elf kontrollierten Gaststätten lediglich drei ohne Mängel – die Bilanz nach dem Kontrollrundgang vom Frankfurter Ordnungsamt und der Polizei im Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen war ernüchternd. Neben Schmutz und Ungeziefer standen auch zu viel Kohlenmonoxid in einer Shisha-Bar und der Verkauf billigen Wodkas aus Markenflaschen auf der Mängelliste, wie die Polizei anschließend mitteilte. Das wirft kein gutes Licht auf das beliebte Kneipenviertel und trifft bei Verbrauchern einen wunden Punkt. Wer dort ausgeht, würde gern wissen, um welche Lokale es sich handelt. Doch Ross und Reiter nennt das Frankfurter Ordnungsamt als zuständige Behörde nicht. Anders als die Stadt Wiesbaden, die seit Ende vergangenen Jahres auf ihrer Internetseite die Namen der Betriebe veröffentlicht, bei denen „nicht unerhebliche hygienische Mängel“ festgestellt worden sind. Aktuell sind es 13, zu finden über die Suchfunktion unter dem Stichwort „Lebensmittel“.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um zu erfahren, warum das Frankfurter Ordnungsamt als zuständige Behörde der Lebensmittelkontrolle in der Stadt anders verfährt, muss man tief in die Juristerei eintauchen und erkennen: So einfach, wie viele meinen, kann kein Lokal bei Hygieneverstößen an den Pranger gestellt werden. Diese Erfahrung mussten die hessischen Behörden ebenso wie Verbraucher schon vor sechs Jahren machen, als die Politik – viele erinnern sich noch an die Diskussion über Smileys an der Wirtshaustür – Verbraucher zumindest im Internet besser informieren wollte. Damals trat das geänderte Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch in Kraft mit dem sogenannten Ekel-Paragraphen 40 Absatz 1 A. Er regelt, wie die Öffentlichkeit bei Hygieneverstößen in Restaurants, Hotels und Supermärkten informiert werden soll.

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          Verbraucher machen Druck

          Wie sauber arbeitet die Bäckerei um die Ecke? Wie gut mein Stammlokal? Verbraucher haben nach dem Verbraucherinformationsgesetz das Recht, selbst Auskunft bei den Kontrollbehörden einzuholen. Seit Januar hilft ihnen die Verbraucherorganisation Foodwatch dabei, und kommt offenbar an. 2136 Anfragen liegen bisher für hessische Lokale und Lebensmittelgeschäfte vor. Foodwatch fordert seit langem nachvollziehbare Kontrollergebnisse nach dänischem Vorbild. Dort dokumentieren gut bis schlecht gelaunte Smileys die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung im Internet und an der Ladentür. Nun sollen Verbraucher nerven und Druck auf die Politik machen. Unter www.topf-secret.foodwatch.de können sie per Klick eine Anfrage schicken. Kritisch beurteilt wird der Foodwatch-Aufruf, die geschickten Berichte anschließend online zu stellen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Hessen hält das für einen Rechtsbruch und fordert seine Mitgliedsbetriebe auf, einer Veröffentlichung zu widersprechen. Nur Behörden dürften Hygieneverstöße veröffentlichen. Gerichte müssten die Rechtslage klären.