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HR-Fernsehquiz : Dieter, es ist noch nicht verloren

  • -Aktualisiert am

Bitte recht freundlich: Die Kandidaten Gerd und Christiane gehen höflich miteinander um. Moderatorin Petra Theisen stellt seit sieben Jahren bei „Wer weiß es?“ die Fragen. Bild: Marcus Kaufhold

Mehr als 40 Leute sind im Einsatz, wenn das HR-Fernsehquiz „Wer weiß es?“ aufgezeichnet wird. Trotzdem geht immer mal etwas schief.

          Dieter und Gerd, Angelika und Christiane haben hier keine Nachnamen. Angelika, Christiane, Gerd und Dieter sind schon seit 9Uhr an diesem Donnerstag zu Gast beim Hessischen Rundfunk. Alle vier werden bald ein bisschen berühmt sein. Ihr Bild, ihre Antworten werden von ziemlich vielen Menschen gesehen und gehört werden, die Einschaltquote der Quiz-Sendung „Wer weiß es?“ liegt in Hessen immer im zweistelligen Prozentkorridor. Seit 2009 animiert dieses Format die Zuschauer, bei dem Wort-Spiel mitzutüfteln. Was zum Beispiel wird aus den Buchstaben TAT, wenn man ein E hinzufügt? Klar, ein ETAT. Und wenn jetzt noch R dazukommt? Eine RATTE. Und mit einem zusätzlichen N? Da wird die RATTE zur NATTER. Ganz leicht, oder? Aber nicht unbedingt, wenn einen fünf Kameras in den Blick nehmen.

          Es ist jetzt kurz vor 15Uhr, die zweite Aufzeichnung von dreien am Tag, fünf Tage hintereinander. Gerd und Dieter stehen jeweils hinter einem Pult. Jeder der beiden hat vor sich einen „Buzzer“, auf den er drücken muss, wenn er die Antwort auf die Frage der Moderatorin kennt. Dieter trägt einen blauen Pullover, Gerd ein grünes T-Shirt. Sollte ein Kandidat sehr schräg gekleidet sein, wird sich im Fundus des Senders etwas Passenderes finden, aber alle werden gut auf diese Sendung vorbereitet. „Das macht der Guido von der Casting-Agentur.“ Der Guido stimmt die Laien auch darauf ein, dass sie nicht als bissige Rivalen vor die Kamera treten, sondern sich bisweilen freundlich anschauen und sich selbst dann noch anlächeln, wenn einer mit den Punkten ganz vorne und der andere ganz hinten liegt. Neuerdings umarmen sich die Mitstreiter am Ende sogar.

          Alles muss ineinandergreifen

          Die Moderatorin heißt Petra Theisen, weder verwandt noch verschwägert mit dem HR-Chefredakteur Alois Theisen. Petra Theisen – rank und schlank und ohne Absätze 1,76Meter groß – hat schon als Studentin der Betriebswirtschaftslehre beim Sender gejobbt, ist bei ihrem „Ziehvater“ Frank Lehmann in der Börsenredaktion in die Lehre gegangen und hat zwölf Jahre in der Serviceredaktion gearbeitet. „Aber Unterhaltung“, meint sie, „ist viel aufwendiger.“

          Kann man wohl sagen. Es muss lange dauern, bis diese Kulisse aufgebaut ist. Kandidaten und Moderatorin bewegen sich auf einer riesigen Scheibe, vielleicht 40 Zentimeter hoch und sicherlich zehn Meter im Durchmesser. An den Seiten im Halbrund riesige burgunderfarbene LED-Wände, effektvoll von unten angestrahlt. Insgesamt arbeiten für eine Dreiviertelstunde Sendezeit wohl mehr als 40 Menschen. Die Redakteure Paul Eschenhagen und Heidi Hehrlein betonen, dass alles ineinandergreifen muss und jeder an seiner Stelle inklusive Maske, Garderobe, Licht- und Kamerasteuerung seinen Job richtig zu machen hat. Und dennoch sind Fehler nahezu unvermeidlich.

          Zum Beispiel jetzt: Aus den Buchstaben E, R, F, H und A lässt sich das Wort „Hafer“ machen, so lautet die vorgegebene Lösung auf dem Desk der Moderatorin. Aber die Redaktion hat übersehen, dass sich aus derselben Vorgabe auch das Wort „Harfe“ bilden lässt. Kein Problem, der Kandidat bekommt natürlich recht und seine Punkte gutgeschrieben. Nach drei Minuten Aufzeichnung steht es schon 70 zu 20 für Gerd. Jetzt geht es um Silbentausch. Verdammt schwierig, in den Letterkombinationen NE GE TOR RA den Generator zu entdecken, und das natürlich unter Zeitdruck. Als es 120 zu 20 steht, sagt Petra Theisen: „Dieter, es ist noch nicht verloren.“

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