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Hospizbegleitung : Ohne Angst sterben

Noch einmal Nähe spüren: Viele Menschen haben Angst vor dem Tod und davor, ihm allein zu begegnen. Ein Hospizbegleiter kann ihnen zur Seite stehen. Bild: dpa

Ehrenamtliche Hospizbegleiter stehen Sterbenden zur Seite. Der Hospizdienst hilft, Dinge zu regeln. Aber er kann noch mehr. Ein Beispiel aus Frankfurt.

          5 Min.

          Wenn es ums Sterben geht, ist Willy Egli Feuer und Flamme. Nicht gerade weil er sich danach sehnt, sondern weil er als Ehrenamtlicher schon viele Menschen ganz nah erlebt hat, die kurz vor dem Tod standen, und er diese Begegnungen für sich als Bereicherung begriffen hat, von jeder etwas lernen konnte. Sie haben auch sein eigenes Verhältnis zum Tod verändert, ihm Angst genommen und ihn veranlasst, seine persönlichen Dinge bestellt zu hinterlassen. Musik für die Beerdigung? Ausgewählt. Verfügung darüber, was mit seiner Asche geschehen soll? Erledigt. Der 68 Jahre alte Mann sagt: „Sterben ist mein Lieblingsthema.“

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Egli ist Hospizbegleiter. Das bedeutet nicht, dass er zu Schwerkranken ins Hospiz fährt, sondern dass er Privatpersonen besucht, die beim Frankfurter Bürgerinstitut um einen Begleiter für die letzten Tage, Wochen oder Monate gebeten haben. Das kann zu Hause sein, im Pflegeheim oder auf einer Palliativstation. Seine Aufgabe ist dann, für den Betroffenen da zu sein und ihn zu unterstützen bei dem, was er braucht. Das können zum Beispiel Gespräche sein, Hilfe beim Aufsetzen des Letzten Willens, oder man hört gemeinsam Musik, liest etwas vor. Meistens entlastet er damit auch die Angehörigen, die sich oft seit langer Zeit um den Sterbenden gekümmert haben.

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