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Universität Frankfurt : Hochschulrat schlägt nur zwei von vier Bewerbern für Präsidentenwahl vor

Am 8. Juli wird gewählt: Hessens größte Hochschule entscheidet bald darüber, wer sie in den nächsten sechs Jahren leiten soll. Bild: Bäuml, Lucas

Vier Bewerber für das Präsidentenamt hatte die Uni Frankfurt zur Anhörung eingeladen. Nur zwei von ihnen schlägt der Hochschulrat zur Wahl vor. Das weckt Unmut.

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          Die Zahl der Bewerber für das Amt des Präsidenten der Goethe-Universität hat sich von vier auf zwei verringert. Wie die Universität am Mittwochabend mitteilte, hat der Hochschulrat dem erweiterten Senat die amtierende Präsidentin Birgitta Wolff und den ehemaligen Uni-Vizepräsidenten Enrico Schleiff zur Wahl vorgeschlagen. Nicht nominiert wurden der Psychologieprofessor Holger Horz und der Geschichtsprofessor Jan Palmowski, die sich ebenfalls beworben hatten. Die Wahl ist für den 8. Juli vorgesehen.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Wirtschaftswissenschaftlerin Wolff leitet Hessens größte Hochschule seit 2015; ihre Amtszeit endet am 31. Dezember. Schleiff ist Professor für Molekulare Zellbiologie an der Goethe-Universität und gehörte dem Uni-Präsidium von 2012 bis 2018 an.

          Laut Wahlordnung der Frankfurter Universität sichtet eine Findungskommission aus Mitgliedern des Senats und des Hochschulrats die Bewerbungen für das Präsidentenamt. Sie entscheidet dann, welche Kandidaten zu einer hochschulöffentlichen Anhörung eingeladen werden. Nach der Anhörung erstellt der Hochschulrat einen Wahlvorschlag, der mehrere Namen enthalten soll.

          Amtsinhaberin: Birgitta Wolff steht seit 2015 an der Spitze der Universität
          Herausforderer: Enrico Schleiff war schon einmal Mitglied des Uni-Präsidiums

          Nach F.A.Z.-Informationen hat sich der Senat im Anschluss an die Anhörung am Mittwoch mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, zumindest drei Kandidaten zur Wahl zuzulassen. Die Entscheidung des Hochschulrats, nur zwei Bewerber auf die Vorschlagsliste zu setzen, ruft daher in der Universität einigen Unmut hervor - besonders bei Kritikern der amtierenden Präsidentin Wolff. Auch der Asta zeigte sich verärgert.

          Während der Historiker Palmowski, der an der University of Warwick lehrt, wohl nur Außenseiterchancen gehabt hätte, wäre Holger Horz ein ernstzunehmender Herausforderer gewesen: Der Direktor der uni-eigenen Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung ist ein profilierter Forscher, Mitglied des Senats und innerhalb der Universität gut vernetzt. Horz teilte auf Anfrage mit, er werde sich erst „nach fachlicher und rechtlicher Beratung“ zu der Angelegenheit äußern. Auch der Vorsitzende des Hochschulrats, Matthias Kleiner, lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

          Es ist nicht das erste Mal, dass Vorentscheidungen über Kandidaten für das Präsidentenamt an der Goethe-Universität für Kritik sorgen. 2014 hatte die Findungskommission den Juraprofessor Cornelius Prittwitz nicht zur Wahl zugelassen, unter anderem mit der Begründung, er sei zuvor selbst in der Kommission tätig gewesen. 2008 war der Medizinprofessor Werner Müller-Esterl der einzige Bewerber, über den der erweiterte Senat abstimmen konnte. Zwei weitere Kandidaten waren nach der Anhörung vom Hochschulrat nicht zur Wahl vorgeschlagen worden.

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