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Hochschule : Poelzigs Jahrhundertbau als Maßstab

120 Millionen Euro kosten die Bauten für den zweiten Teil des Westend-Campus Bild: F.A.Z. - Kai Nedden

Anfang 2009 soll der erste Spatenstich für das neue Domizil der Gesellschaftswissenschaften auf dem Westend-Campus der Frankfurter Universität gesetzt werden. Gebaut wird nach Plänen des Architekturbüros Müller Reimann.

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          Knapp vier Jahre müssen sie sich noch gedulden, dann hat die Gefangenschaft im „Turm“ ein Ende. Zum Sommersemester 2011 sollen die Gesellschafts- und Erziehungswissenschaftler, die derzeit im schäbigen AfE-Hochhaus auf dem Bockenheimer Campus arbeiten, ihr neues Domizil im Westend beziehen. Entworfen wird es von dem Berliner Architektenbüro Müller Reimann, wie Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) bekanntgab.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Planer aus der Hauptstadt haben mit ihren Vorschlägen für die zweite Ausbaustufe des Westend-Campus der Frankfurter Universität die Wettbewerbsjury derart für sich eingenommen, dass sie keinen zweiten Preis vergab, sondern drei dritte Plätze, um den großen Abstand zum Siegerentwurf zu unterstreichen. Für den Preisgerichts-Vorsitzenden Klaus Humpert war es nach eigenen Worten eine angenehme Überraschung, als sich nach Abschluss des anonymisierten Wettbewerbs herausstellte, dass mit Müller Reimann alte Bekannte zum Zuge gekommen waren: Die Architekten gestalten auch den Neubau der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, für den am 30. Oktober Richtfest gefeiert wird.

          68.000 Euro Preisgeld für das Büro Müller Reimann

          Im zweiten Teil der Erweiterung des Westend-Campus entsteht an der Hansaallee ein großer Komplex, der außer den Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften auch die Psychologie und die Humangeographie beherbergen wird. Daneben wird die neue Zentralverwaltung der Universität samt Rechenzentrum ihren Platz finden – in einem Bau, der ein Stockwerk niedriger ist als sein Nachbar, was nach den Worten von Uni-Präsident Rudolf Steinberg dem „dienenden“ Charakter der Verwaltung entspricht. Für beide Gebäude soll Anfang 2009 der erste Spatenstich gesetzt werden, wie Corts sagte. 120 Millionen Euro wird das Projekt kosten; das entspricht etwa der Summe, die für die erste Ausbaustufe des Westend-Campus mit Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Hörsaalzentrum und „House of Finance“ ausgegeben wird.

          „Was hier gebaut wird, genügt einem einzigartigen Anspruch“, äußerte Steinberg. Auf dem Areal hinter dem IG-Farben-Haus entstehe ein „Ensemble, in dem das Jahrhundertbauwerk von Hans Poelzig den Maßstab setzt“. Die 33 Teilnehmer des Architektenwettbewerbs waren gehalten gewesen, sich an der Ästhetik des Poelzig-Baus mit seiner Travertinfassade zu orientieren und den Neubauten dennoch einen individuellen Charakter zu verleihen.

          Für die überzeugende Lösung dieser Aufgabe erhält das Büro Müller Reimann außer dem Auftrag ein Preisgeld von 68.000 Euro. Die Entwürfe der Drittplazierten – der Büros Auer + Weber, Gerber und Weinmiller – werden mit je 43.000 Euro honoriert. Das Team Gerber war kürzlich in einem anderen Wettbewerb der Frankfurter Universität erfolgreicher: Die Dortmunder Architekten dürfen das Biologicum und das Infrastrukturzentrum auf dem Riedberg-Campus planen.

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