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Hochhäuser in Frankfurt : Ein erlesener, aber kein üppiger Jahrgang

Der auf der letzten Sitzung der Stadtverordneten kurz vor Weihnachten nach langer Wartezeit endlich beschlossene Hochhausrahmenplan (siehe Grafik unten) sieht 26 Hochhäuser an 17 neuen Standorten vor. Das entspricht einem maximalen Zuwachs von 750 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Für den vor zwei Monaten in den Nachverhandlungen zum Hochhausrahmenplan auf knapp 200 Meter aufgestockten Bahn-Tower südlich des Hauptbahnhofs, ein weiteres Vivico-Projekt und besser bekannt als Campanile-Standort, gibt es über Interessensbekundungen hinaus nichts Neues zu berichten. Die Deutsche Bahn plant, 3000 Mitarbeiter in den Büroturm zu verlagern, in dessen Sockel ein Busbahnhof einziehen soll.

Einige Kommunalpolitiker immerhin sind zuversichtlich, dass sowohl der Bahn-Tower als auch der dritte Turm der DZ-Bank, dessen geplanter Standort am Platz der Republik unlängst in den Hochhausrahmenplan aufgenommen wurde, gebaut werden. Nur wann dies der Fall ist, lässt sich zurzeit nicht absehen. Die DZ-Bank hat sich noch nicht festgelegt, ob sie für ihre Mitarbeiter nach der Fusion mit der Düsseldorfer WGZ zur einzigen Zentralbank der Volks- und Raiffeisenbanken einen weiteren Turm in Frankfurt baut. Und falls ja, ist noch völlig offen, wann die Arbeiten beginnen.

Projekt „Maintor“

Auf der als Degussa-Gelände bekannten Fläche zwischen Karmeliterkloster und Schauspielhaus wird im Herbst mit dem ersten Bauabschnitt zum Projekt „Maintor“ an der Weißfrauenstraße begonnen, zu dem auch ein 60 Meter hoher Büroturm gehört. Doch das höchste Gebäude des Quartiers, der 100 Meter hohe Winx-Turm, kommt erst später an die Reihe. Wie Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender des Bauherrn und Investors Deutsche Immobilien Chancen, sagt, wird mit dem Bau des Winx direkt im Anschluss an den Umzug der zum Konzern Evonik zählenden Degussa nach Hanau begonnen: „Baubeginn ist am 1. 1. 2011.“

Für ein weiteres, auf dem Papier schon weit gediehenes Projekt, das Bürogebäude Kaiserkarrée an der Neuen Mainzer Straße, gibt es eine Bauvoranfrage. Allerdings hat das Immobilienunternehmen Tishman Speyer, das das Projekt gemeinsam mit der Commerzbank-Tochter Commerz Real errichten will, im Mai bekanntgegeben, dass der Entwurf des Architekturbüros Gruber Kleine-Kraneburg noch einmal überarbeitet wird. Der Turm soll statt 135 nun 150 Meter hoch und schlanker werden, die geforderten Wohnungen in einem zweiten Gebäude Platz finden. Der zuletzt für Frühjahr 2008 angekündigte Baubeginn wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Bauaufsicht verbreitet bisher ungebremst Zuversicht: Gemessen an der Zahl der Bauanträge, sei die Krise in Frankfurt noch nicht angekommen. Doch die Behörde macht einen großen Anteil ihres Umsatzes mit der Bautätigkeit am Flughafen, und an diesem Ort entstehen höchstens liegende Hochhäuser wie das Airrail-Center, das im neuen Jahr fertiggestellt werden soll. Unbeirrbar halten die Planer an dem Termin fest, obwohl vermutet wird, dass ihnen die Zeit davonläuft. Bauanträge für neue Hochhäuser sind bei der Bauaufsicht jedenfalls kaum eingegangen. „Gesichert ist nur der T 185“, sagt Amtsleiter Kummer. „Bei allen anderen Projekten muss man die Entwicklung beobachten.“

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