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Historisches Museum : „Zeichen des Brutalismus“ verschwindet aus der Stadt

Die Tage des Betonklotzes sind gezählt: das Historische Museum in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Das Betongebäude des Historischen Museums am Frankfurter Römerberg ist ein „Zeichen von Brutalismus“, wie Kulturdezernent Semmelroth meint. Nun soll das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

          Das Betongebäude des Historischen Museums am Frankfurter Römerberg soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Koalitionsausschuss von CDU und Grünen hat entsprechende Pläne von Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) gutgeheißen. Das teilte Semmelroth auf Anfrage mit. „Der jetzige Bau ist, ganz höflich ausgedrückt, unangemessen und ein Zeichen von Brutalismus.“ Die Vorzüge eines Neubaus sieht der Dezernent vor allem in größeren Ausstellungsflächen, für die Dauerausstellung des Museums könnten künftig 3000 und für Wechselausstellungen 800 bis 1000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Semmelroth hatte dem Koalitionsausschuss - ihm gehören Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), die Dezernenten sowie die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Grünen an - noch einmal die Ergebnisse eines Ende Dezember veröffentlichten Gutachtens vorgestellt. Ihm zufolge würde ein Neubau 29 Millionen Euro kosten, ein Umbau des Betongebäudes schlüge mit 22,1 Millionen Euro zu Buche. Nun will das Kulturdezernat gemeinsam mit dem Baudezernat einen Architektenwettbewerb zur Gestaltung des Neubaus ausschreiben. Semmelroth zufolge könnte im Spätherbst dieses Jahres feststehen, wer aus diesem Wettbewerb als Sieger hervorgeht. Eingeladen werden sollen 30 bis 50 international tätige und im Museumsbau erfahrene Büros. Sie sollen einen Neubau entwerfen, der sich in die historische Bebauung des Römerbergs mit dem benachbarten Haus Wertheim und der Alten Nikolaikirche einfügt. Auf einen Zeitpunkt für den Baubeginn wollte sich Semmelroth gestern nicht festlegen.

          FDP auch für Neubau

          CDU-Fraktionschef Markus Frank und Olaf Cunitz, Partei- und Fraktionvorsitzender der Grünen, hoben hervor, die Neubauvariante sei überzeugend - nicht nur wegen der neuen Außengestaltung, sondern auch, wenn man an die Raumaufteilung im Museum denke. So ließen sich die „Wegebeziehungen“ in einem Neubau besser gestalten als mit einem Umbau des bestehenden Gebäudes, so Cunitz. Um bei der Gestaltung des Inneren frei zu sein, sei der im Vergleich zu einem Umbau nötige Mehraufwand von sieben Millionen Euro gerechtfertigt, sagte Frank.

          Befürwortet wird der Neubau auch von der FDP, die die schwarz-grüne Koalition im Römer unterstützt. Nach Ansicht von Fraktionschef Volker Stein ist das Geld für einen Neubau gut angelegt. „Die Bürger hätten kein Verständnis dafür, wenn dieses Areal in der Diskussion über die Altstadt-Bebauung außen vor bliebe.“ Stein wiederholte seine Idee, auch das Areal der evangelischen Propstei an der Saalgasse für einen Museumsbau zu nutzen - sollte sich eine adäquate Unterkunft für die kirchliche Einrichtung finden.

          SPD will tatsächliche Kosten wissen

          Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling äußerte, seine Partei mache ihre Zustimmung zu einem Neubau des Historischen Museums vom Ergebnis des Wettbewerbs und den tatsächlichen Kosten abhängig. Es sei damit zu rechnen, dass der Bau teurer werde als 29 Millionen Euro. Über die zu gegebener Zeit vom Magistrat einzureichende Bau- und Finanzierungsvorlage muss die Stadtverordnetenversammlung befinden.

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