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Kampf gegen Corona : Was können wir von Asien lernen?

Geschützt unterwegs: An vielen öffentlichen Orten gilt in Hessen die Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen (Symbolbild). Bild: dpa

Während bei uns die zweite Corona-Welle wütet, stehen asiatische Staaten deutlich besser da. Viele fragen sich deshalb: Lassen sich die Erfolgsrezepte kopieren?

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          Wohl jeder, der die Corona-Warn-App geladen hat, dürfte diese Situation kennen: Man öffnet die Anwendung und erhält eine Nachricht, dass man eine oder mehrere „Begegnungen mit niedrigem Risiko“ hatte. Und dann beginnt man zu grübeln: Wo kann das passiert sein? In der Kantine im Büro, bei der Bahnfahrt zu einem Geschäftstermin, beim Einkaufen? Und wie gefährlich war dieses Zusammentreffen? Muss man sich Sorgen machen? Die App liefert auf diese Fragen: nichts.

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass die Warn-App nur wenig hilft im Kampf gegen die Pandemie, dass sie bei der Nachverfolgung von Infektionsketten keine große Unterstützung ist, dass die Daten, die sie liefert, aber auch der Wissenschaft nicht zu neuen Erkenntnissen helfen, das hat man in letzter Zeit häufig gehört. Ein einziger Fall sei allein durch die App entdeckt worden, sagte René Gottschalk, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, vergangene Woche. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte die App, deren Entwicklung 68 Millionen Euro kostete, sogar einen „zahnlosen Tiger“ genannt. In den meisten Kommentaren ist man sich einig: Weil die Datenschutzstandards in Deutschland besonders streng sind, lassen sich Ansteckungswege kaum mit den Mitteln der Digitalisierung nachverfolgen. Statt auf Tracking und Tracing setzt man gegen die zweite Welle deshalb auf den „Lockdown light“, auf die generelle Reduzierung von Kontakten.

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