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Deutlich weniger Beatmete : Hessen fällt bei Impfungen pro Kopf unter Bundesdurchschnitt

Startbereit: Auch im Impfzentrum in der Frankfurter Festhalle soll es am 19. Januar losgehen Bild: Reuters

Aus dem Robert-Koch-Institut kommen vergleichsweise gute Nachrichten zur Corona-Pandemie in Hessen. Anders als im Bund gibt es keinen neuen Höchstwert an Todesfällen. Vor allem aber betreuen die Kliniken merklich weniger Covid-Patienten.

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          In Hessen kommen die Impftrupps in Altenheimen und Gesundheitseinrichtungen weiter voran, aber ausweislich der Daten des Robert-Koch-Instituts nicht mehr in dem Tempo der vergangenen Tage. Nach neuen Angaben des RKI sind bis Mittwochabend 62.171 Personen in dem zentral gelegenen Bundesland geimpft worden, 1827 mehr als am Dienstag. Zuvor hatten die Impftrupps stets mehr als 2000 am Tag geschafft. Hessen fällt bei Impfungen pro Kopf zurück. Zuletzt haben 9,9 von 1000 Personen eine vorbeugende Spritze gegen das Coronavirus bekommen. Der Bundesschnitt beträgt 10,1 von 1000.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Unter den westlichen Flächenländern liegen mittlerweile Schleswig-Holstein (16,4), das schlecht aus den Startlöchern gekommene Rheinland-Pfalz (13,2) und Bayern (12,8) deutlich vor Hessen. Bundesweit befindet sich Mecklenburg-Vorpommern (20,5) an der Spitze. Auch Sachsen-Anhalt (13,4), das Saarland sowie Bremen, Brandenburg und Berlin rangieren jetzt vor Hessen. Auch am dritten Tag nach Beginn der Vergabe von Impfterminen an Personen über 80 Jahre müssen sich Interessierte auf längere Wartezeiten einstellen und in Geduld üben.

          Das Land Hessen weitet derweil die Pflicht regelmäßiger Corona-Tests für das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen aus. Von 16. Januar an müssen alle Mitarbeiter mindestens zweimal in der Woche sowie darüber hinaus bei Dienstantritt nach einer Abwesenheit von mehr als drei Tagen getestet werden, teilte Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) am Donnerstag in Wiesbaden laut dpa mit. Seit Mitte Dezember 2020 muss das Personal in Einrichtungen der stationären Altenhilfe mindestens einmal wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden.

          Weniger neue Fälle und Todesopfer

          Am Morgen gab es einige erfreuliche Nachrichten zu Covid-19 in Hessen: Über Nacht haben die Gesundheitsämter weniger neue positive Corona-Tests und weniger weitere Todesfälle in Verbindung mit der Pandemie als vor einer Woche gemeldet. Das ergibt sich aus den Daten des Robert-Koch-Instituts. Außerdem meldet das Sozialministerium erstmals seit Anfang Oktober einen merklichen Rückgang bei der Zahl der Corona-Patienten in Kliniken und nicht zuletzt der intensivmedizinisch betreuten und beatmeten Covid-Kranken. Höher als vor Wochenfrist liegt dagegen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, das sind die innerhalb der zurückliegenden sieben Tage eingelaufenen neuen Fälle unter 100.000 Einwohnern.

          Am Mittwoch meldete das Innenministerium an gut 16.000 Personen vergebene Termin bei mehr als zehn Millionen Versuchen an der Hotline unter 116117 und auf dem Online-Anmeldeportal. Erstmals ist bei einem Mann aus Hessen die mutierte Variante B.1.1.7 des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte das Sozialministerium mit. Nach Bad Vilbel im Vorjahr muss nun auch Fulda den 60. Hessentag coronabedingt absagen. Nach einer Sitzung des Hessentag-Beirates gab die Staatskanzlei am Mittwochabend in Wiesbaden bekannt, dass das Landesfest nicht wie geplant vom 21. bis 30. Mai stattfinden wird, meldet die dpa.

          Das RKI meldet für Hessen 1657 neue Fälle nach 2084 vor einer Woche. Der Tageshöchstwert datiert vom Dezember und beträgt 3224. 64 weitere Todesfälle sind dem Institut bekannt geworden, vor sieben Tagen war es drei mehr gewesen. Der Tageshöchstwert liegt bei 134; zum Mittwoch wurden 128 gemeldet. Auch insofern ist der Rückgang erfreulich. Alles in allem haben die Gesundheitsämter seit Beginn der Pandemie im März 154.500 Fälle verzeichnet, das sind 2,5 Prozent aller Hessen. 3780 Patienten sind offiziell an oder mit Covid-19 gestorben. 23.900 Infektionen gelten als noch nicht ausgestanden. Die Inzidenz liegt landesweit bei 141 nach 126 vor einer Woche.

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