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Frankfurter Bushaltestellen : Haltende Linienbusse blockieren den Verkehr

Engpass: Eine barrierefreie Bushaltestelle auf der Hügelstraße Bild: Bergmann, Wonge

Der Unmut über den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen in Frankfurt wächst. Das Verkehrsdezernat verweist auf bestehende Richtlinien.

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          Für die Stadtteilpolitiker ist unstrittig, dass Haltestellen, an denen Fahrgäste von Bussen beim Ein- oder Ausstieg einen Höhenunterschied zu bewältigen haben, unzumutbar sind. Für behinderte, ältere oder in der Mobilität eingeschränkte Menschen seien barrierefreie Stationen unabdingbar. Viele Ortsvertreter kritisieren jedoch, dass der Umbau der Haltestellen erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr hat. Da die Busse nach dem Umbau nicht mehr in den Haltebuchten stehen, muss auch der nachfolgende Verkehr warten.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wozu das führen kann, ist derzeit auf der Hügelstraße zu beobachten, wo derartige Haltekaps gebaut wurden. Auf der Straße, die eine wichtige Verbindung von der Rosa-Luxemburg-Straße im Westen zur Autobahn 661 im Osten ist, kommt es zu erheblichen Behinderungen. Teilweise stauen sich die Autos hinter den haltenden Bussen so weit zurück, dass Kreuzungen blockiert sind und dort auch der Querverkehr behindert wird. Der für Ginnheim zuständige Ortsbeiratist empört. Wegen der Staus vor der Haustür seien die Anwohner stärker von Abgasen belastet, sagt Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Viele hätten sich deswegen bei ihm beschwert. Unmut herrsche vor allem bei den Autofahrern, im Berufsverkehr sei kaum ein Vorankommen möglich. Die Ortsvertreter kritisierten auch die Informationspolitik der Stadt. Wenn Bäume gefällt würden oder an Versorgungsleitungen gearbeitet werde, gebe es stets schriftliche Ankündigungen, sagt Hesse.

          Keine Überholmöglichkeit für Rettungsfahrzeuge

          Vor dem Umbau der Haltestellen auf der Hügelstraße und auch auf der Platenstraße sei der Ortsbeirat aber weder gehört noch informiert worden. Anfangs sei unklar gewesen, was dort überhaupt geschehe, sagt Hesse. Quer durch die Parteien haben Ortsvertreter und Stadtverordnete darum daran erinnert, dass Ortsbeiräte zu Verkehrsprojekten in ihren Bezirken anzuhören sind. Dies sei vor allem deswegen wichtig, weil Stadtteilpolitiker mit ihren Ortskenntnissen wichtige Hinweise geben könnten.

          Im für Praunheim zuständigen Ortsbeiratwird zum Beispiel dafür plädiert, die Bushaltestelle in der Haingrabenstraße wieder zu einer Doppelhaltestelle mit Haltebucht umzubauen. Die Behinderungen in der einspurigen Straße wegen haltender Busse seien nicht hinnehmbar und gefährlich. Rettungsfahrzeuge hätten in der zum Nordwest-Krankenhaus führenden Straße keine Überholmöglichkeit, auch Einsätze der Feuerwehr würden behindert.

          Auf Anfrage von Christiane Loizides (CDU) hat der Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) jedoch bestätigt, dass entsprechende Umbauten stadtweit geplant sind. Bestehende Richtlinien ließen keinen Spielraum für Verhandlungen mit Ortsbeiräten. Ortsvorsteher Hesse ist darüber irritiert. Ihm sei nicht bekannt, dass es ein Konzept gebe, laut dem Fahrspuren zwingend dem barrierefreien Umbau von Haltestellen zum Opfer fallen müssen. In der Sitzung des Ortsbeirats 9 am kommenden Donnerstag wollen Vertreter des Verkehrsdezernats zu den Stationsumbauten Stellung nehmen. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Kirche Sta. Familia, Am Hochwehr 11.

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