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Grundstück gesucht : Frankfurt schreibt Behördenzentrum aus

Grundsätzlich kommt der Campus Bockenheim als Standort für das Behördenzentrum in Frage Bild: Wonge Bergmann

Die Stadt Frankfurt sucht einen Standort für ihr neues Behördenzentrum und will das Vorhaben ausschreiben. Der Neubau soll rund 45.000 Quadratmeter groß werden und im Passivhaus-Standard errichtet werden.

          2 Min.

          Die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Behördenzentrum der Stadt Frankfurt nimmt Konturen an. Um ein geeignetes Gelände für das geplante 45.000 Quadratmeter große Gebäude zu finden, will die Stadt das Bauvorhaben in den nächsten Tagen ausschreiben. In dem auf einen dreistelligen Millionenbetrag kalkulierten Komplex sollen drei große Behörden, das Hochbau-, das Schul- und das Umweltamt, Platz finden. Von dem Umzug wären rund 1500 Mitarbeiter betroffen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Favorisiert wird ein Neubau im umweltfreundlichen Passivhausstandard. Das Vorhaben wird in zwei Schritten ausgeschrieben. Nach Angaben von Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel werden in einem ersten Schritt Angebote für geeignete Grundstücke eingeholt, erst im Anschluss würden Baukosten und Bauleistungen abgefragt. Gangel veranschlagt für die Realisierung des Projekt mindestens drei Jahre. Ende 2013 könne das Behördenzentrum frühestens fertig sein.

          Verträge für Ämterstandorte laufen aus

          Die Mietverträge der betroffenen Ämter laufen in Kürze aus: Die Verträge für das Stadtschulamt an der Seehofstraße und für das Hochbauamt an der Gerbermühlstraße in Sachsenhausen enden am 30. September 2012, jener für das an der Galvanistraße in Bockenheim untergebrachte Umweltamt läuft nur bis zum 31. Juli 2010. Gangel beurteilt die Situation aber als nicht dramatisch. Er könne „den einen oder anderen Mietvertrag“ problemlos kurzfristig verlängern.

          Das Honselldreieck im Ostend wäre groß genug für das Behördenzentrum

          Entscheidendes Kriterium bei der Suche nach einem Standort ist die Anbindung an den Römer. Um lange Fahrtzeiten zu vermeiden, müsse das neue Behördenzentrum vom Rathaus aus in wenigen Minuten erreichbar sein, sagt Gangel, der sich auch eine Aufteilung auf zwei Standorte vorstellen kann, aber ein gemeinsames Behördenzentrum favorisiert.

          Schul- und Hochbauamt liegen bisher benachbart auf einem Grundstück zwischen Gerbermühlstraße und Seehofstraße. Das Grundstück würde für ein Behördenzentrum die passenden Maße mitbringen. Der Liegenschaftsamtsleiter erwartet, dass der Eigentümer ein Angebot abgeben wird; dem Vernehmen nach soll es sich bei dem Eigentümer um den Immobilienfachmann Josef Buchmann handeln.

          Straßen- oder U-Bahnanschluss an Römer

          Nach Auskunft von Maklern kommen für den Neubau auch sämtliche Flächen in Frage, die durch Straßen- oder U-Bahn an den Römer angebunden sind. Unter anderem werden dem Grundstück des ehemaligen Postverteilungszentrums an der Hafenstraße im Gallusviertel oder dem Europaviertel Chancen eingeräumt.

          Die hohen Mietpreise sprechen gegen jene Standorte, die im Hochhausrahmen für die Errichtung von Wohn- oder Bürotürmen vorgesehen sind. Aus diesem Grund dürften auch das frühere Polizeipräsidium und das nur wenige Gehminuten vom Römer entfernte Degussa-Areal am nördlichen Mainufer ausscheiden. Das zwischen den Städtischen Bühnen und dem Karmeliterkloster gelegene Grundstück wird mit drei Hochhäusern bebaut. Nach Angaben des Bauherrn, der Deutsche Immobilien Chancen, sollen die Mietpreise für die Büroflächen auf dem Niveau des Bankenviertels liegen, einen Quadratmeterpreis von rund 30 Euro wird sich die Stadt aber kaum leisten wollen.

          Danziger Platz, Honselldreieck oder Campus Bockenheim

          Unter den Grundstücken, die eine entsprechende Baulast tragen können, sind auch der Danziger Platz und das Honselldreieck im Ostend sowie der Campus Bockenheim, die über eine gute Anbindung zum Römer verfügen. Auf den Campus Bockenheim hätte die Stadt mittelbar Zugriff. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG will gemeinsam mit der OFB Projektentwicklungsgesellschaft das Areal vom Land erwerben und dort ein Wohn- und Geschäftsviertel entwickeln.

          Von den genannten Flächen befindet sich keine in städtischem Eigentum. Das Liegenschaftsamt erwägt auch ein Leasingmodell, also eine Anmietung des Behördenzentrums mit der Option, die Immobilie später zu erwerben. „Das ist für mich präferabel“, sagte Gangel gestern.

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