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Hochschule : Platz für 8000 Studenten und 500.000 Bücher

Wissenschaftsminister Udo Corts und Finanzminister Karlheinz Weimar haben den Grundstein für das Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität gelegt, das zum Wintersemester 2008/2009 bezogen werden soll.

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          Der Ausbau des Westend-Campus der Universität ist jetzt in vollem Gang. Wissenschaftsminister Udo Corts und Finanzminister Karlheinz Weimar (beide CDU) haben den Grundstein für das Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften gelegt, das zum Wintersemester 2008/2009 bezogen werden soll.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit laufen alle vier Teilprojekte der ersten Ausbaustufe des Campus: neben dem Institutsbau die Errichtung des „House of Finance“, des Hörsaalgebäudes und des Kasinoanbaus sowie des Studentenwohnheims. Mit Kosten von rund 59 Millionen Euro ist der Fakultätsbau für Juristen und Ökonomen das teuerste Objekt. Insgesamt werden in diesen Abschnitt der Campuserweiterung nach Angaben beider Ministerien zirka 125 Millionen Euro investiert.

          „Wir bauen es und geben es dann der Stiftung“

          Etwa 8000 Studenten und 500 Forscher werden in dem Komplex der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften arbeiten. Das Gebäude ist 135 Meter lang und 70 Meter breit und hat eine Nutzfläche von gut 17.800 Quadratmetern. In der Bereichsbibliothek sollen rund 500.000 Bände Platz finden. Entworfen wurde der Bau, der eine Fassade aus römischem Travertinstein erhält, von dem Berliner Architektenbüro Müller Reimann. Wie alle Neubauten auf dem Campus soll er gestalterische Bezüge zum denkmalgeschützten IG-Farben-Haus aufweisen, das nach Süden, zur Innenstadt hin, den Abschluss des Geländes bildet.

          Corts und Weimar bekräftigten ihre Absicht, den Westend-Campus rechtzeitig zum 100-Jahre-Jubiläum der Universität im Jahr 2014 zu vollenden. „Wir sind im Zeitplan“, äußerte der Wissenschaftsminister. Weimar sagte auf Anfrage, er halte es weiterhin für möglich, die Arbeiten schon vor diesem Termin abzuschließen: „Es ist vernünftig, eine Fertigstellung für 2013 anzustreben.“ Öffentlich-private Partnerschaften kämen bei diesen Projekten nicht in Betracht. „Wir bauen es und geben es dann der Stiftung“, so Weimar. Die Goethe-Universität soll vom 1. Januar 2008 an als Stiftung öffentlichen Rechts firmieren und damit auch Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden werden.

          Einige Studenten protestieren

          Universitätspräsident Rudolf Steinberg lobte das „persönliche Engagement beider Minister“ für den Ausbau der Hochschule. Dadurch würden die materiellen Voraussetzungen für Spitzenleistungen in Forschung und Lehre geschaffen. Steinberg wies darauf hin, dass sich die Drittmitteleinnahmen der Universität in den Jahren 2000 bis 2006 mehr als verdoppelt hätten – „der Landeszuschuss nicht“.

          Nach Corts’ Worten hat die Landesregierung seit 1999 eine Milliarde Euro zusätzlich in die Hochschulen investiert. Die Einnahmen aus den Studienbeiträgen, die Unis und Fachhochschulen direkt zugutekämen, würden künftig etwa zehn bis zwölf Prozent von deren Finanzierung ausmachen.

          Während der Grundsteinlegung protestierten etwa 20 Studenten gegen die geplanten Studiengebühren und Steinbergs „Präsidialdiktatur von Wirtschafts Gnaden“. Corts bot ihnen ein Gespräch nach der Feier an, die Demonstranten zogen allerdings vorher ab.

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