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Grüne küren Direktkandidaten : Mit Nouripour und Düring

Omid Nouripour Bild: Wolfgang Eilmes

Die Grüne küren an diesem Samstag ihre Direktkandidaten für die beiden Frankfurter Bundestagswahlkreise. Es werden der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour und die Sprecherin der Grünen Jugend Hessen, Deborah Düring,

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          Die Grünen in Frankfurt lieben Kreismitgliederversammlungen. Anders ist es kaum zu erklären, dass sie sich an diesem Samstag noch einmal und damit zum fünften Mal innerhalb eines Monats versammeln. Dieses Mal geht es um die Kandidaten für die Ortsbeiräte, für die Kommunale Ausländervertretung und vor allen Dingen um die Nominierung der Direktkandidaten für die beiden Frankfurter Bundestagswahlkreise.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es werden der langjähriger Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour und die Sprecherin der Grünen Jugend Hessen, Deborah Düring, kandidieren und man darf, trotz aller Überraschungen, die es in den vergangenen Wochen bei den Mitgliederversammlungen der Grünen gegeben hat, davon ausgehen, dass die beiden Politiker auch nominiert werden. Die Bundestagswahl findet, wie das Kabinett in Berlin in dieser Woche festgelegt hat, am 26. September 2021 statt.

          Der 45 Jahre alte Nouripour ist bereits seit 2006 Mitglied des Bundestags. Der gebürtige Iraner, der mit 13 Jahren nach Frankfurt kam, ist ein erfahrener Außenpolitiker und Experte für Verteidigung. So ist er ist außenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidungsausschuss. Einst für den Frankfurter Bundestagabgeordneten und Außenminister Joschka Fischer nachgerückt, kandidiert Nouripour seitdem im Wahlkreis 183, der sich vom Norden über den Osten bis über den gesamten südlich des Mains gelegenen Teil der Stadt erstreckt.

          Bislang ist es noch keinem Grünen gelungen, auch Joschka Fischer seinerzeit nicht, den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Natürlich hat Nouripour das Ziel, dass es ihm dieses Mal gelingt, wo den Grünen in allen Umfragen ein bisher noch nicht dagewesenes Wahlergebnis prognostiziert wird. In jedem Fall darf er sich gute Chance auf den Wiedereinzug in den Bundestags ausrechnen: Bei den vergangenen Wahlen trat er auf Platz 2 der Landesliste an.

          Deborah Düring, die für den Wahlkreis 182 kandidieren möchte, der im Nordwesten beginnt, über sich über das Westend, die Innenstadt bis nach Höchst und Sindlingen erstreckt, ist dagegen für die Frankfurter Wähler eine Unbekannte. Die 26Jahre alte Wahl-Frankfurterin, seit 2019 Sprecherin der Grünen Jugend Hessen, ist nach eigenen Angaben „auf der Zielgeraden“ bei ihrem Master-Studium. Sie setzt ihren Schwerpunkt seit Jahren auf die Entwicklungspolitik, war mehrfach zu längeren Auslandaufenthalten in Mittel- und Südamerika.

          Deborah Düring ist seit 2019 Sprecherin der Grünen Jugend Hessen und nach eigenen Angaben „auf der Zielgeraden“ bei ihrem Master-Studium.
          Deborah Düring ist seit 2019 Sprecherin der Grünen Jugend Hessen und nach eigenen Angaben „auf der Zielgeraden“ bei ihrem Master-Studium. : Bild: privat

          „Ich will auf jeden Fall nach Berlin“, sagt die engagierte Jung-Politikerin und ihre Chance dazu stehen nicht schlecht. Sie hat die Unterstützung der Grünen Jugend, sodass sie auf dem Parteitag der hessischen Grünen im Januar auf einen aussichtsreichen Listenplatz hoffen kann. Düring kündigt an, dass sie sich in Berlin als „junge Friedens- und Konfliktforscherin“ für eine Entwicklungspolitik einsetzen will, die sich partnerschaftlich auf eine „global- und sozial gerechte und friedliche Welt hinarbeitet“. Insgesamt brauche es eine Politik, die ein „sozialeres, globales und klimagerechtes System schafft“, wie es viele Junge bei Demonstrationen forderten. Sie werde diese Prosteste von den Straßen in Frankfurt nach Berlin tragen.

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