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Gorillas im Frankfurter Zoo : Konkurrent muss gehen: Freie Bahn für „Viatu“

Damit „Viatu” zum Haremsführer reifen kann,... Bild: dpa

Nach den dramatischen Vorfällen bei den Gorillas ist weitgehend Ruhe im Borgori-Wald des Frankfurter Zoos eingekehrt. Damit das so bleibt, muss allerdings ein Affe weichen: „Kabuli“ wird nach Valencia abgegeben, wo ihn eine Art Junggesellen-WG erwartet.

          Vielleicht ahnt „Kabuli“ schon, dass er bald auf große Reise gehen wird. Anzusehen ist es ihm zwar nicht, aber Menschenaffen haben gemeinhin ein Gespür dafür, wenn Veränderungen anstehen. Und die Veränderung wird für den fünf Jahre alten Spross des gestorbenen Silberrückens „Matze“ gewaltig sein, wenn er am Freitag nach Spanien gebracht wird. Dort soll „Kabuli“ im Bioparc Valencia ein neues Zuhause finden.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Hauptgrund für den Umzug des Gorilla-Jungen ist der neue Haremsführer „Viatu“. Der hatte, wie mehrfach berichtet, Probleme, sich in der Gruppe als neuer Chef zu behaupten, und ließ seinen Frust vorrangig am männlichen Nachwuchs aus. So wurden „Kabuli“ und der drei Jahre jüngere „Fritz“ regelmäßig gegängelt. Und sogar seinen eigenen wenige Tage alten Sohn hatte „Viatu“ im August angegriffen und getötet.

          Zoodirektor Manfred Niekisch reagierte prompt: Der zwei Jahre alte „Fritz“ wurde in den Zoo nach Rotterdam abgegeben. Wenn nun auch noch „Kabuli“ den Borgori-Wald verlässt, wird sich die Gorilla-Gruppe hoffentlich stabilisieren, wie Zoosprecherin Christine Kurrle sagt - „so traurig der Weggang Kabulis auch ist“.

          ...muss der zum Konkurrenten erwachsene „Kabuli” - hier als Jungtier mit seiner Mutter „Rebecca” - weichen und geht nach Spanien

          Junggesellen-WG in Valencia

          Wenigstens wird der kleine Affe den Zoo nicht allein verlassen. Revierleiter Carsten Knott wird ihn begleiten und die erste Woche gemeinsam mit dem Affen in Valencia verbringen. „Menschenaffen sind sensibel und nehmen ihre Umwelt sehr bewusst wahr“, sagt Zoodirektor Niekisch.

          Knott kennt Kabuli seit seiner Geburt im Juni 2004. Laut Niekisch wird der Chef-Tierpfleger deshalb nicht nur dafür sorgen, dass der Affe die lange Autofahrt nach Valencia gut übersteht, sondern auch während der ersten Tage im neuen Zuhause an seiner Seite sein. In Valencia soll „Kabuli“, nach ausreichender Eingewöhnungsphase, mit zwei weiteren jungen Gorilla-Männchen zusammenleben - in einer Art Junggesellen-WG. Darüber hinaus wird „Kabuli“ auch seine ältere Schwester „Fossey“ wiedersehen, die 2007 nach Valencia gebracht worden war und im Gehege nebenan lebt.

          Nach den Worten Niekischs hätte „Kabuli“ früher oder später ohnehin an einen anderen Zoo abgegeben werden müssen. Gorillas lebten in Haremsgruppen, so der Biologe. Es sei deshalb „ganz normal“, dass männliche Jungtiere diese mit einem bestimmten Alter verlassen müssten. „Der Silberrücken würde ihre Konkurrenz bei Geschlechtsreife nicht dulden.“

          Verstorbene „Ruby“ wird vorerst nicht ersetzt

          Nun hat „Viatu“ also freie Bahn, um sich als Haremsführer zu entfalten - mit nunmehr nur noch drei Weibchen, denn die im August völlig unerwartet verstorbene „Ruby“ wird vorerst nicht ersetzt. Schon in den vergangenen Wochen habe „Viatu“ wesentliche Fortschritte gemacht, sagt Zoosprecherin Kurrle. Er sei viel selbstbewusster geworden und behaupte sich neuerdings innerhalb der Gruppe - wenngleich er sich noch immer nicht in das Außengehege des Borgori-Waldes traue.

          Dafür hat „Viatu“ in „Rebecca“ eine neue Freundin gefunden. Die beiden verstehen sich seit einiger Zeit schon „außerordentlich gut“, wie Kurrle sagt. Ob schon etwas „im Busch“ sei, könne man aber noch nicht sagen. „Wir hoffen aber natürlich, dass irgendwann wieder Nachwuchs ansteht“, so Kurrle, „und diesmal auch allesgutgehen wird.“

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