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Frankfurter Grüne : Stumpfeldt will Chef werden

Götz von Stumpfeldt kandidiert als Parteisprecher der Frankfurter Grünen. Bild: Bündnis 90/Die Grünen

Am Samstag wird bei den Frankfurter Grünen neu gewählt. Götz von Stumpfeldt, selbst erst seit zweieinhalb Jahren Mitglied im Kreisververband, ist der erste, der Ambitionen auf das Amt des Parteisprechers anmeldet.

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          Götz von Stumpfeldt ist der erste, der seinen Hut in den Ring wirft. Er will am Samstag zum neuen Parteisprecher der Grünen gewählt werden und dann zusammen mit Julia Frank die Doppelspitze der Partei bilden. Der 56 Jahre Wahl-Frankfurter ist zwar erst seit zweieinhalb Jahren Mitglied im Frankfurter Kreisverband, doch hinter ihm liegt schon eine längere ehrenamtliche und hauptberufliche Parteikarriere. Zu Zeiten der rot-grünen Bundesregierung war er Referent für Wirtschaftspolitik in der Grünen-Bundestagsfraktion, später im rheinland-pfälzischen Umweltministerium zuständig für das Thema Energie und dazwischen, wie auch derzeit wieder, bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Eschborn tätig; derzeit will er den Wandel zur umweltfreundlichen Wirtschaft fördern.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Grünen hatten nach der Wahl der neuen Stadtregierung Anfang September, spätestens aber nach der für sie erfolgreichen Bundestagswahl gehofft, zur Ruhe zu kommen, sich der Sacharbeit im Römer widmen zu können. Schließlich lagen hinter Partei aufregende Monate mit kräftezehrenden Koalitionsverhandlungen und ebenso aufreibenden parteiinternen Auseinandersetzungen.

          Es kam anders: Zehn Tage nach der Bundestagswahl teilte der Vorstand mit, der erst im Juni gewählte Parteisprecher Daniel Frank lege sein Amt nieder. Im alkoholisierten Zustand sei es zu „grenzüberschreitendem Verhalten gegenüber Mitgliedern in Form unangemessener Berührungen und Äußerungen“ gekommen.

          Informationsaustausch verbessern

          Seitdem ist die Partei beschäftigt aufzuarbeiten, was an diesem Wahlabend zu später Stunde passiert ist. Besonders drängend ist wohl die Frage, warum niemand der anwesenden Grünen eingeschritten ist. Vor dem Hintergrund, dass die Partei an alle anderen hohe moralische Ansprüche stellt, ist die Causa Daniel Frank also mehr als der Aussetzer eines Einzelnen.

          „Der Koalitionsvertrag in Frankfurt ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können, aber wir Grünen müssen gemeinsam dafür sorgen, dass er umgesetzt wird“, sagt Stumpfeldt, der Daniel Frank nachfolgen will. Eine Herausforderung sei es, die nötigen Schritte durchzusetzen. Als Sprecher wolle er Informationsaustausch und die Abstimmung zwischen grünen Stadtteilgruppen, inhaltlichen Arbeitsgruppen, Vorstand, Fraktion und Magistrat weiter verbessern.

          „Wir müssen stark darin werden, gemeinsame Positionen in Kompromissen mit anderen zu realisieren“, sagt er. Wie auch umgekehrt die Grünen als Partei den Anspruch hätten, in die Gesellschaft hineinzuwirken.

          Die spürbare Heterogenität der Grünen insbesondere in Frankfurt schreckt Stumpfeldt nicht: Es gebe viele neue Mitglieder. Das sei eine große Stärke. Der Kreisverband sei geprägt von einer großen Lebendigkeit und Vielfalt. Für ihn wäre es eine wunderbare Aufgabe als Sprecher zu arbeiten, um vor allem sein wichtigstes politische Ziel, den Klimaschutz, voranzubringen.

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