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Goetheplakette für Albert Speer : Petra Roth ehrt einen "hochgeschätzten Ratgeber"

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"Die Stadt Frankfurt braucht pragmatische Visionäre wie Sie, damit sie die Herausforderung dieses Jahrhunderts, der Zukunft, bewältigen kann." Das sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) am Dienstag ...

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          "Die Stadt Frankfurt braucht pragmatische Visionäre wie Sie, damit sie die Herausforderung dieses Jahrhunderts, der Zukunft, bewältigen kann." Das sagte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) am Dienstag bei der Verleihung der Goetheplakette an den Frankfurter Architekten Albert Speer und fügte an: "Wir wollen Ihr Partner sein." Die Goetheplakette ist eine der angesehensten Auszeichnungen, die die Stadt Frankfurt vergibt. Sie wird seit 1947 in unregelmäßigen Abständen an "bedeutende Persönlichkeiten des Geistes für ihre kulturellen Verdienste" verliehen. Speer ist der dritte Architekt unter ihnen. Das Vorschlagsrecht hat der Frankfurter Kulturdezernent. Zur Feierstunde waren Projektentwickler, Architekten, Stadträte - ehemalige und aktive - sowie Kommunalpolitiker nahezu jeder Couleur in den Limpurgsaal des Römer gekommen. Auch Speers Architektenkollege, der neugewählte Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, war unter den Gästen.

          Roth lobte den 69 Jahre alten Speer dafür, daß er in Frankfurt "zahlreiche architektonische Meilensteine gesetzt" und die Stadt "national und international zu etwas Besonderem gemacht hat". In Frankfurt war Speer unter anderem an der Gestaltung des Museumsufers und der Messe beteiligt sowie an der Entwicklung der Hochhaus-Achse an der Mainzer Landstraße und dem Hochhausrahmenplan für die Stadt insgesamt. Er habe Frankfurt nicht nur durch seine Bauten, sondern auch durch seinen "hochgeschätzten Rat" entscheidend mitgeprägt, sagte Roth weiter. Sie erinnerte sich an eine erste Begegnung mit dem Architekten: Als offizieller Olympiaplaner habe er Ende der achtziger Jahre von Wohnhäusern am Main, Boardinghäusern und Jollen-Anlegeplätzen gesprochen, Ideen, die verrückt geklungen hätten, heute aber längst Realität seien. Auch seiner Planung für das noch nicht verwirklichte Europaviertel habe Speer eine "zukunftsweisende Richtung gegeben". Er plane zwar in der ganzen Welt, er bleibe jedoch mit Kopf und Herz in Frankfurt, sagte die Oberbürgermeisterin.

          Speer, der 1934 in Berlin geboren wurde und in München Architektur studiert hatte, war 1960 im Zuge seiner ersten Anstellung nach Frankfurt, in die Stadt Adornos und Buckwitz', gekommen, wie er selbst berichtete. Als er damals zum ersten Mal durch die Innenstadt fuhr, sei er furchtbar enttäuscht gewesen, die Stadt habe "grau und erbärmlich" ausgesehen, sagte Speer am Dienstag. Das habe sich im Laufe der Jahre geändert: "Frankfurt hat von allen Städten, die ich kenne, den radikalsten und positivsten Wandel hinter sich."

          Vor allem habe man mit dem Bau der Messe und dem Flughafen an die Internationalität der zwanziger Jahre angeknüpft. Frankfurt habe gerade erst in den vergangenen Tagen mit der Internationalen Automobil-Ausstellung gezeigt, daß es ein "idealer Standort für große Weltausstellungen ist" und nicht etwa Hannover - dort wäre vermutlich nur die Hälfte der Besucher gekommen. Der Vielreiser stellte fest, daß das Außenimage der Stadt ohnehin viel besser sei als die Selbstwahrnehmung.

          Speer nutzte die Verleihung der Goetheplakette auch für einen politischen Appell: "Wir müssen uns in einen sehr viel intensiveren Dialog mit der Region von Mainz bis Aschaffenburg und von Gießen bis Darmstadt begeben." Seiner Ansicht nach muß in der Planung stärker berücksichtigt werden, daß die Gesellschaft immer älter werde. Er sei überzeugt, daß die Region Beispielfunktion erlangen könne, wenn sie aufzeige, daß sich Städte nicht mehr nach außen, sondern nach innen zu entwickeln hätten. Speer forderte darüber hinaus die Frankfurter Stadtführung auf, die 1999 begründete Initiative, eine Leitbilddiskussion für Frankfurt und die Region zu führen, wiederaufzunehmen.

          Speer nahm die Ehrung auch stellvertretend für sein Büro, Albert Speer und Partner (AS&P), mit seinen mehr als 100 Mitarbeitern entgegen. Sie trügen mittlerweile "unter dem siebten Oberbürgermeister" Pläne und Ideen in die Stadt hinein. (mch.)

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