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Trotz strengerer Auflagen : Paternoster drehen sich weiter

Zustieg verboten: 2011 waren die Paternoster im IG-Farben-Haus vorübergehend gesperrt. Bild: Helmut Fricke

Für die Benutzung der endlosen Aufzüge soll künftig ein Führerschein notwendig sein, das verlangt eine neue Verordnung aus Berlin. Eine solche Diskussion kennt die Universität Frankfurt. Doch die Hochschule hat ein Ass im Ärmel.

          Die Paternoster-Fans unter den Studenten und Mitarbeitern der Universität können aufatmen. Mögen auch am Montag bundesweit strengere Regeln für den Betrieb von Umlauf-Aufzügen in Kraft treten: Im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend können Uni-Angehörige – und faktisch wohl auch alle Besucher – dieses nostalgische Fahrvergnügen weiterhin genießen. Das hat ein Sprecher der Universität klargestellt: „Wir gehen davon aus, dass der Betrieb weiterlaufen kann wie bisher.“

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der neugefassten Betriebssicherheitsverordnung, die das Bundeskabinett beschlossen hat, heißt es, dass Paternoster nur von „eingewiesenen Beschäftigten“ benutzt werden dürfen. Für die Unterweisung im richtigen Ein- und Ausstieg hat der Arbeitgeber zu sorgen; tut er das nicht, drohen ihm Bußgelder.

          Nachdem sich 2011 in den Paternostern des IG-Farben-Hauses zwei Unfälle ereignet hatten, waren die Endlos-Aufzüge geschlossen worden. Dann durften sie eine Zeitlang offiziell nur von Leuten bestiegen werden, die eine Kurz-Einführung in die Kunst des Paternosterbenutzens genossen hatten. Stichprobenweise sollte das sogar von Wachleuten kontrolliert werden.

          Unfall im Paternoster des Fleming's Hotel

          Dass von Montag an wieder Fahrgäste vor den Kabinen einem Paternoster-Examen unterzogen werden, ist nicht zu befürchten. Die Universität verweist darauf, dass es für die Aufzüge im IG-Farben-Haus gültige Bescheinigungen von TÜV und Regierungspräsidium gebe. Sie erlaubten den Betrieb unter bestimmten Auflagen: Es müsse im Haus auch geschlossene Aufzüge geben, und an den Paternostern müssten großformatige Benutzungshinweise angebracht sein.

          Experten prüften, ob das bestehende Informationsangebot noch „optimiert“ werden könne. Auch seien die Anlagen in den vergangenen Jahren sicherheitstechnisch nachgerüstet worden. Übrigens sind von den acht Paternostern derzeit nur fünf in Betrieb, in den Semesterferien gar nur drei.

          Zwei Paternoster gibt es im Peter-Behrens-Bau des Industrieparks Höchst, und auch die bleiben in Betrieb: Laut dem Sprecher des Industrieparks werden sie normalerweise nur von Angestellten genutzt. „Hausfremde Personen“ dürften dort nur in Begleitung eines Mitarbeiters einsteigen. Die Paternoster in dem historischen Verwaltungsbau drehen sich schon seit 1924; von Unfällen sei ihm nichts bekannt, sagt der Sprecher.

          Ein Unglück hat es dagegen 2013 im Paternoster des Fleming’s-Hotels am Eschenheimer Tor gegeben: Zwei Frauen wurden eingeklemmt und schwer verletzt, als sie offenbar versuchten, in Panik aus einer Kabine zu springen. Der Aufzug wurde danach zunächst abgeschaltet. Wie es danach mit der Anlage weiterging, darüber war am Freitag von der Geschäftsführung des Hotels keine Auskunft zu bekommen.

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