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Netz-Auftritt abgeschaltet : Vom seltsamen Umgang mit einem Lehrbeauftragten

Endgültige Entscheidung: Die Frankfurter Goethe-Uni hat auf die Aussagen von Egbert Jahn reagiert. Bild: dpa

Nach umstrittenen Äußerungen über Flüchtlinge ist der Internetauftritt des früheren Frankfurter Uni-Dozenten Egbert Jahn abgeschaltet worden. In dem Fall geht es nicht um Zensur – wohl aber um Fairness und Ehrlichkeit.

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          Eins vorweg: Mit Zensur hat der Fall Egbert Jahn nichts zu tun. Auch nach der Löschung seines Internetauftritts auf den Seiten des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften darf der Politologe weiterhin in Frankfurt dozieren. Die „Universität des dritten Lebensalters“, ein an der Goethe-Uni angesiedelter Verein, hat sich nach Jahns umstrittenen Äußerungen zu Flüchtlingen beim CDU-„Werkstattgespräch“ im Februar nicht von ihrem Lehrbeauftragten distanziert.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es ist auch nicht so, dass der Fachbereich mit dem Abschalten von Jahns Homepage grob gegen universitäre Gepflogenheiten verstoßen hätte. Keine Fakultät ist verpflichtet, ehemalige Lehrbeauftragte auf ihren Internetseiten aufzulisten. Nach Angaben der Hochschule hat Jahn, ein Emeritus der Uni Mannheim, seit 2017 nicht mehr im Auftrag des Fachbereichs unterrichtet, sondern eben nur noch im Dienst der „Universität des dritten Lebensalters“, in deren Netz-Auftritt er weiterhin zu finden ist.

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