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Bahngleis belastet Eschersheim : Der zerschnittene Stadtteil

Die Barriere wird breiter: Die Bahnstrecke wird von zwei auf vier Gleise erweitert. Am Rand werden Lärmschutzwände gesetzt. Bild: Marcus Kaufhold

Wegen des Ausbaus der Bahnstrecke nach Bad Vilbel sind in Eschersheim zahlreiche Übergänge gesperrt. Anwohner müssen lange Umwege in Kauf nehmen.

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          Sofie war schon lange nicht mehr auf dem Spielplatz am Höllberg. Früher lag er auf ihrem Nachhauseweg aus dem Kindergarten direkt am Wegesrand. Sofie sah man hier häufig, sie traf ihre Freunde. Doch seit mehr als einem Jahr sind die Unterführungen unter dem Bahndamm an den Zehn Ruthen und an der Niedwiesenstraße dicht. Sofie wohnt auf der westlichen Seite der Gleise, ihr Kindergarten liegt östlich. Mit ihrer Mutter muss sie nun einen großen Umweg über die Hochstraße am Weißen Stein laufen, um die Bahn zu überqueren. Der Fußweg zum Kindergarten verlängert sich um eine halbe Stunde in jeder Richtung. Ein spontaner Besuch auf dem Spielplatz ist da nicht mehr drin. Bindungen zu anderen Kindern lösen sich, Freundschaften gehen verloren.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Ausbau der Main-Weser-Bahn von zwei auf vier Gleise zerschneidet die Stadtteile zu beiden Seiten der Bahnstrecke. Besonders drastisch ist dies in Eschersheim. Wer von der einen auf die andere Seite will, kommt nun nicht mehr so leicht hinüber, weil fast alle Unterführungen gesperrt sind. Im gesamten Stadtteil stehen nur noch zwei Querungen zur Verfügung. Das bedeutet oft haarsträubende Umwege. Bis Ende 2023 soll das noch so weitergehen. Der Frust im Stadtteil wächst.

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