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Traumatische Geburtshilfe : Wenn die Geburt zur Qual wird

  • -Aktualisiert am

Corona-Baby: Anna-Aurelia ist im Mai vergangenen Jahres, während des ersten Lockdowns, zur Welt gekommen. Für ihre Mutter wurde die Geburt des Kindes zu einem traumatischen Erlebnis. Bild: Sieber, Laila

Gibt es Gewalt in der Geburtshilfe? Immer mehr Mütter und auch Hebammen berichten davon. Der Chefarzt einer Frankfurter Klinik will nun alles anders machen.

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          Hebamme Heike F. (Name geändert) weiß, sie ist zur Mittäterin geworden – bei einer Geburt. Vor drei Jahren stand sie zusammen mit einer Ärztin im Kreißsaal, auf dem Bett lag eine Frau und schrie. Die beiden Geburtshelferinnen konnten bereits den Kopf des Neugeborenen erahnen. Doch das Baby steckte fest. „Das Kind war in Gefahr.“ Die Mutter hatte keine Kraft mehr, presste die Beine zusammen, bettelte nach einem Kaiserschnitt. Heike F. erinnert sich: „Jetzt wäre der Zeitpunkt gewesen zu sagen: Wir brechen ab.“ Heike F. stockt, als würde sie diesen Moment noch einmal im Kopf durchspielen. Sie sagt: „Aber wir haben weitergemacht.“

          Die Ärztin griff zur Saugglocke und wies Heike F. an, die Beine der Frau auseinanderzuziehen. Sie gehorchte und sah zu, wie die Ärztin das Gerät gegen den Willen der Frau in ihre Scheide schob. Heute sagt die Hebamme: „Ich habe mich in diesem Moment mitschuldig gemacht.“

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