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Geschäftsgang : Bunte Buchauswahl mit klarer Ausrichtung

Nana Agić-Kunisch Bild: Wonge Bergmann

Nana Agić-Kunisch hat den Traditionsbuchladen Tatzelwurm im Frankfurter Nordend übernommen – und ihn sehr verändert. Trotzdem bleibt er eine feste Adresse für gute Kinderbücher.

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          Die Ecke mit den Mitgebseln und Mitbringseln ist noch da, und wie eh und je sind dort Klassiker wie Kreisel, Brausepulvertütchen und Flummis zu finden. Ansonsten aber liegt kein Buch mehr auf dem anderen im ehemaligen „Tatzelwurm“, der ein fast schon legendärer Kinderbuchladen im Frankfurter Nord­end war. Legendär, weil es ihn seit 1970 gab, sodass Kinder, die dort einst ihre Astrid-Lindgren- oder Fünf-Freunde-Bücher gekauft haben, als Eltern wiederkommen konnten. Vor allem aber, weil seine Betreiber hier eine enorme Auswahl von Büchern und Spielzeug versammelt hatten, die den kleinen Eckladen bis unter die Decke gefüllt hat.

          Inga Janović
          Redakteurin im Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortliche Redakteurin des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Genauso hat es Nana Agić-Kunisch geliebt, in ihrer Kindheit und später, als sie für ihre eigene Tochter im Geschäft von Thomas Pauly Kinderbücher ausgesucht hat. Und trotzdem hat sie, als sie in diesem Frühjahr das Geschäft von ihm übernommen und sich erstmals allein in den drei ineinander übergehenden Räumen umgesehen hat, gefühlt, dass ihr eigener Stil ein anderer ist: „Ich bin kein Tatzelwurm“, sagt die Dreiundvierzigjährige, die einer bunt gemischten Familie mit Wurzeln in Bosnien und Venezuela entstammt und vor ihrem Neubeginn als Buchhändlerin im Marketing von Modelabeln wie Affentor und Hess Natur gearbeitet hat. So hat Agić-Kunisch das Geschäft in „Happy“ umgetauft, was längst nicht so besonders klingt wie der frühere Firmenname, für sie selbst aber mit einer Besonderheit verbunden ist. Der Name erinnere sie an die Stefan-Sagmeister-Ausstellung „The Happy Show“, die sie dazu inspiriert habe, ihr bis dahin von Arbeit bestimmtes Leben zu überdenken, erzählt die Geschäftsfrau. „Ohne diese Erfahrung wäre ich heute nicht hier.“

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