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Geschäftsgang : Schnelldreher und Figuren-Schmeichler

Boutique mit neuem Konzept am Merianplatz: „Escatira" verkauft jetzt First- statt Secondhand. Bild: Stephan Lucka

Die ehemalige Secondhand-Boutique Escatira setzt jetzt auf locker geschnittene Mode und ist eine feste Größe beim Berger Straßenfest. Genäht wird in Italien.

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          Wenn die untere Berger Straße in Frankfurt am nächsten Wo­chenende nach zwei Jahren Pause erstmals wieder zur Feiermeile wird, ist das ein Fest für den Einzelhandel. Die Geschäftswelt an der Berger ist zwar längst nicht mehr so intakt wie sie einmal war – es gibt Leerstand und einen Überhang an Gastronomie mit teils we­nig nachhaltigen Konzepten – gleichwohl gehen nicht nur die Frankfurter an der Einkaufsstraße noch gern bummeln und einkaufen. Wenn es anders wäre, hätte Kaweh Nemati wohl nicht so lange durchgehalten und vor drei Jahren keine weitere Boutique eröffnet. Escatira heißt seit 1991 sein Hauptgeschäft für Damenmode am Merianplatz, das die meisten als gut sortierte Boutique für Secondhand-Mode abgespeichert haben. Doch mit dem Be­ginn der Corona-Pandemie und den Lockdowns ging das Konzept nicht mehr auf, der Nachschub an Gebrauchtem fehlte, sagt Nemati. Daher habe er sein Konzept auf Neuware umgestellt. Das zweite Geschäft, Romy, war von Anfang an da­rauf ausgelegt.

          Kleider zum Kaschieren

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nemati verkauft jetzt Kleider, T-Shirts und Stricksachen aus Baumwolle, Viskose und Leinen, die „just in time“ und Einheitsgrößen in Fabriken in Italien, Portugal und Spanien hergestellt werden. Ge­ordert wird zweimal die Woche per Whatsapp. Die Teile sind teilweise recht simpel genäht, oft weit geschnitten und kaschieren so das eine oder andere Fettpölsterchen. Zielgruppen sind Frauen um die vierzig und älter, wobei die Romy-Mode etwas klassischer ist.

          Bei Escatira hängt ein Modell oft in mehreren Farben an der Stange, allerdings an unterschiedlichen Stellen im La­den, weil das Sortiment nach Farben eingeteilt ist. Vom dezenten Beige und Hellblau bis zum knalligen Froschgrün und Pink ist alles dabei. Luftige, sommerliche Kleider im Ibiza-Look gibt es auch in hübschen Mustern.

          Der Inhaber Kaweh Nemati in seiner Boutique.
          Der Inhaber Kaweh Nemati in seiner Boutique. : Bild: Stephan Lucka

          Lust auf den Sommer

          Die Marken sind weitgehend unbekannt, die Preise mit 79 Euro für ein Leinenkleid und 29 Euro für ein Viskose-T-Shirt vergleichsweise günstig. „Made in Italy“ heißt in dem Fall, dass Stoffe und Strick aus Asien dorthin geliefert werden, und es auch Chinesen in italienischen Fabriken sind, die die Teile zusammen­nähen. Nemati war schon mehrmals dort, wie er sagt, und hebt hervor, dass es in Italien einen Mindestlohn gebe und sich die chinesischen Unternehmen an geltende Standards halten müssten.

          In jedem Fall machen die bunten Kleidchen vor der Ladentür Lust auf den Sommer und werden vermutlich auch beim Berger Straßenfest, mit dessen Or­ganisation Nemati als Vorsitzender des Gewerbevereins der Straße zurzeit alle Hände voll zu tun hat, ins Auge springen.

          Escatira und Romy, Berger Straße 47 und 32; montags bis freitags 11 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 18 Uhr; www.romy-frankfurt.de

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