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Frankfurter Geschäftsleben : Mehr Lebensmittel in der City und neue Marken-Konzepte

Der neue Tegut-Supermarkt an der Kurt-Schumacher-Straße ist seit Donnerstag geöffnet. Bild: Marcus Kaufhold

Die Handelskette Tegut wagt sich erstmals mit einem Großformat in die Frankfurter Innenstadt. Im Bahnhofsviertel fordert ein dänisches Start-up die traditionelle Küchenbranche heraus. Ray-Ban, Dyson und Breitling sind die Neuen an der Zeil.

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          Tegut neu an der Konstablerwache

          Beste Innenstadtlage, in einem Geschäftshaus an der Kurt-Schumacher-Straße gegenüber von der Konstablerwache – auf diese Ladenfläche hatten viele Handelsunternehmen ein Auge geworfen, doch den Zuschlag erhielt das Unternehmen Tegut. Am Mittwoch hat die Handelskette ihren neuen Supermarkt mit 1700 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet, den damit zweitgrößten Supermarkt in der Innenstadt: Nur der von Rewe im Untergeschoss vom Einkaufszentrum My Zeil hat gut 500 Quadratmeter mehr. In dem Geschäftshaus, das der Leyendecker-Gruppe gehört, war zuletzt das Möbelhaus Segmüller Mieter. Mit dem neuen Standort zielt Tegut nach eigenen Angaben sowohl auf Kunden, die hier ihre Wochenendeinkäufe erledigen, als auch auf Gelegenheitskäufer. Parkplätze direkt im Haus gibt es jedoch nicht. An sechs von 14 Kassen können Kunden ihre Einkäufe einscannen und bezahlen. Käse und Fleisch verkauft Tegut im neuen Markt frisch an der Theke, dazu Salate und Antipasti. An der „heißen Theke“ gibt es täglich wechselnde Gerichte. Untermieter ist das Bistro „Fames Frankfood“. Attraktiv sind die Öffnungszeiten montags bis samstags von 7 bis 23 Uhr.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der neue Supermarkt ist der 15. Tegut-Standort in der Stadt, damit wagt sich die Handelskette das erste Mal mit einem Großformat in die City. Und hat noch weitere Pläne. Drei Märkte im Einzugsgebiet neu entstehender Wohnkomplexe  im Gallus (Kleyerstraße), in Bornheim (Berger Straße) und im Westen von Bockenheim sind bereits im Bau. Die Rhein-Main-Region sei ein „hoch attraktiver Standort“, sagte Tegut-Chef Thomas Gutberlet bei der Eröffnung des neuen Marktes. „Wir fühlen uns hier pudelwohl.“

          Im Bahnhofsviertel präsentiert das dänische Unternehmen Reform Küchenmöbel aus Designer-Hand.
          Im Bahnhofsviertel präsentiert das dänische Unternehmen Reform Küchenmöbel aus Designer-Hand. : Bild: Ilkay Karakurt

          Ikea-Veredler an der Gutleutstraße

          Hochwertiges Design bezahlbar machen: Mit diesem Ziel ist der dänische Küchen-Direktvermarkter Reform 2014 angetreten. Zunächst sorgten die Dänen als Ikea-Hacker für Aufmerksamkeit, indem er die Küchenkorpusse der schwedischen Möbelkette mit besonderen Fronten veredelten. Inzwischen arbeitet das Unternehmen auch mit renommierten Architekten und Designern (Jean Nouvel, Sigurd Larsen, Muller van Severen) zusammen. Zu bisher fünf Vorzeigefilialen hat sich an der Gutleutstraße nun eine sechste hinzugesellt, in einem attraktiven Altbau mit großen Bogenfenstern, hinter denen auf 160 Quadratmetern die schlichten und hochwertig verarbeiteten Möbel des Küchenherstellers gut zur Geltung kommen. Produziert wird in Europa zu Preisen, die deutlich über denen von Ikea liegen, aber noch nicht in der Luxusliga spielen. „Design zum Preis von Volkswagen“, umschreibt es eine Sprecherin. Reform hat ambitionierte Wachstumspläne und seit dem Einstieg der auf Premium-Lifestyle-Marken spezialisierten Fondsgesellschaft Experienced Capital mit 25 Millionen Euro nun auch den finanziellen Rückhalt. Bis Ende 2022 sollen fünf weitere Schauräume in Deutschland und Amerika eröffnen.

          Breitling kommt an die Zeil

          Mit der Entwicklung der Einkaufsmeile Zeil stand es zuletzt nicht zum Besten. An den Anblick großer Flächen, die schon seit mehr als zwei Jahren leer stehen, haben sich die Frankfurter inzwischen gewöhnt. Doch es gibt positive Signale aus der Branche. Das Modeunternehmen s.Oliver hat im Mai, wie berichtet, eine neue Markenfiliale eröffnet. Im Spätsommer wird das Dortmunder Juwelierhaus Rüschenbeck, dessen Flaggschiff-Filiale in Frankfurt am Börsenplatz zu finden ist, auf der ehemaligen Fläche von Juwelier Christ eine weitere Boutique für die Schweizer Uhrenmarke Breitling eröffnen und dabei auf 280 Quadratmetern ein neues Konzept präsentieren, inklusive Bar und Billardtisch, wie es heißt. Die Zeil sei ein qualifizierter Standort und biete die Möglichkeit, als Marke von möglichst vielen Konsumenten wahrgenommen zu werden, teilt das alteingesessene Familienunternehmen Rüschenbeck mit, das bisher drei von insgesamt sechs Breitling-Markenboutiquen in Deutschland betreibt. Die an der Zeil wird die vierte sein. Kern der Marke Breitling sind sportlich-elegante Uhren für Damen- und Herren, die in der Preisspanne von 3000 bis 25 000 Euro liegen. Bekannt sind die Schweizer für ihr breites Angebot an Chronographen-Armbanduhren.

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