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A. Lange & Söhne in Frankfurt : 19.500 Euro für eine Saxonia in Weißgold

Neu an der Goethestraße: A. Lange & Söhne. Bild: Lucas Bäuml

A. Lange & Söhne betreibt nun auch in Frankfurt eine Boutique für Luxusuhren. Der erste Kunde schaute sogar schon vor der Eröffnung vorbei. Der Besuch gleicht einer ungeahnten Entschleunigung.

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          Der Mensch muss träumen dürfen. Träume entschlacken die Psyche und bereichern den Geist, manchmal mag es auch umgekehrt sein. Ganz sicher in einem Fall wie diesem: Eine Uhr von A. Lange & Söhne bleibt für viele Zeitmesser-Liebhaber ein Traum. Lebenslang. Wer sich solch einer Wunschvorstellung annähern will, hat an der Goethestraße in Frankfurt nun Gelegenheit dazu. Im Haus Nummer 2 hat die Manufaktur aus Sachsen ein Geschäft eröffnet, ohne viel Tamtam. Soft Opening heißt das im Handel und passt gut zu der Marke. Einen harten Aufschlag mit Glitter und lauter Musik braucht sie nicht.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Besuch gleicht einer ungeahnten Entschleunigung. Ein Mitarbeiter gibt den Weg durch die erste Tür frei, was ein sanftes Summen signalisiert. Wenn sich diese Tür hinter dem potentiellen Kunden geschlossen hat, summt die zweite. Dann erst kann der Interessent das mit hellem Stein und schwarzem Teppichboden ausgelegte Ladenlokal betreten.

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          Sicherheit muss sein in dieser Preisklasse. Schwarz und hell mutet auch die gesamte Boutique an, wobei das Dunkle dominiert. Entsprechend sind etwa die mit integrierten Vitrinen ausgestatteten Schränke gehalten, die der Präsentation von Uhren dienen.

          19.500 für eine Saxonia in Weißgold

          Die Sachsen befinden sich an der Frankfurter Luxus-Meile in namhafter Gesellschaft. Auch andere Vertreter der Haute Horlogerie, wie die Kunst der Uhrmacherei in der Branche vornehm genannt wird, haben sich dort eingemietet. Trotz der Konkurrenz hat Boutique-Manager Hersi Mohamed nicht lange auf seinen ersten Kunden am Ort warten müssen. Schon am Vorabend der inoffiziellen Eröffnung sei ihm ein Mann vor dem Schaufenster aufgefallen, erzählt Mohamed. Er habe ihn ins Geschäft gebeten, zwei Stunden hätten beiden miteinander geplaudert – und dann habe ihn der Kunde mit einem Fingerzeig gefragt: „Würden Sie mir diese Uhr verkaufen?“ So wechselte ein Stück den Besitzer schon vor dem ersten regulären Verkaufstag.

          Wobei Mohamed in diesem Fall mutmaßlich einen Kurzentschlossenen vor sich hatte. Längst nicht in jedem Fall geht ein Verkauf so rasch vonstatten. So mancher Interessierte schaut öfter vorbei, sucht das Gespräch und meldet sich zwischendurch mehrere Male telefonisch, wie der stellvertretende Boutique-Manager Alexander Arynenka berichtet. Denn eine A. Lange & Söhne ist eben kein Produkt, das jemand im Vorübergehen erwirbt.

          19.500 Euro kostet zum Beispiel eine Saxonia in Weißgold mit einem Zifferblatt aus massivem Silber, Appliken und Zeiger bestehen aus Gold. Das klingt nach Wertanlage und ist es auch. Zumal Käufer deutlich mehr Geld für ein Exemplar ausgeben können. Aber: „Wir suchen Sammler und keine Investoren“, heißt es. Eine Uhr von A. Lange & Söhne bleibe in der Familie – ein Anspruch, den auch Konkurrent Patek Philippe hat. So bilden Beratung und Verkauf auch nur den Auftakt. Langfristige Beziehungen sind das Ziel. „Der Service beginnt nach dem Verkauf“, sagt Mohamed. Schließlich müssen Uhren dieser Güte, deren Werke die Sachsen Stück für Stück selbst bauen, gepflegt werden. Das dient dem Werterhalt beim Kunden – und dem Umsatz.

          A. Lange & Söhne, Frankfurt, Goethestraße 2, montags bis freitags 10 bis 18.30 Uhr und samstags 10.30 bis 18 Uhr.

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