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Geringverdiener chancenlos : Herr Sabia auf Wohnungssuche

Viel zu klein und auch noch verschimmelt: Etliche Familien leben wie die Baschir Sabia auf engstem Raum. Bild: Michael Braunschädel

Die drei Kinder von Baschar Sabia können zu Hause nicht einmal ihren Geburtstag feiern – weil sie sich schämen. Seit sechs Jahren wartet die Familie auf eine größere Sozialwohnung.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Es ist schon lange her, dass Baschar Sabia mit seiner Familie zum letzten Mal im Urlaub war. Vor drei Jahren verbrachten sie eine Woche in Tunesien. Weil Urlaubsreisen das Budget sprengen, bleibt die Familie auch in den Schulferien zu Hause. In einer engen Drei-Zimmer-Wohnung in Heddernheim wohnen sie zu fünft auf 71 Quadratmetern. Die drei Kinder teilen sich ein acht Quadratmeter großes Zimmer. Viel Platz für Besuch bleibt da nicht. „Meine Kinder können nicht einmal Freunde einladen und ihren Geburtstag feiern. Weil sie sich schämen“, sagt Sabia, der in Wirklichkeit anders heißt. Seiner Familie ist es unangenehm, unter ihrem echten Namen in den Medien aufzutauchen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am schlimmsten ist es im Badezimmer. Weil es kein Fenster gibt, durch das die feuchte Luft abziehen könnte, ist die Decke schwarz vor Schimmel. Nebenan, im winzigen Kinderzimmer, stehen zwei Hochbetten und ein Schrank, jede Wand ist ausgefüllt. In dem einen Bett schlafen – zwischen Stoffpuppen von Anna und Elsa, Peppa Wutz und diversen Teddybären – die beiden Töchter, zehn und neun Jahre alt. Ihr fünfzehnjähriger Bruder macht an dem Schreibtisch unter seinem Bett Hausaufgaben. In der Küche ist zwischen Waschmaschine, Kühlschrank, Herd und Wäscheständer kein Platz für einen Tisch. Das Wohnzimmer: ein Sofa, eine Vitrine, ein kleiner Esstisch. Dann gibt es noch ein Elternschlafzimmer.

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