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Gedenkstätte am EZB-Neubau : Rampe und Keller erinnern an Judendeportation

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EZB-Präsident Trichet und Frankfurts Rathauschefin Roth mit den Plänen für die Gedenkstätte Bild: dapd

Am Neubau der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Osten werden künftig eine Rampe und ein Keller an die Deportation tausender Juden aus der Stadt erinnern. Grundlage ist ein Entwurf des Kölner Büros Katzkaiser.

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          Eine Rampe und ein Keller erinnern am Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) künftig an die Deportation tausender Juden. Die Stadt Frankfurt, die EZB und die Frankfurter jüdische Gemeinde haben sich auf den Entwurf des Kölner Büros Katzkaiser für eine Gedenkstätte geeinigt. Er trage den Besonderheiten des Ortes Rechnung und verleihe der Tragik der Deportationen und des Holocaust Rechnung, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Der Entwurf wurde aus den drei Siegern des Wettbewerbs für eine angemessene Erinnerung an die Deportationen ausgewählt.

          Von der alten Großmarkthalle aus, an deren Stelle der EZB-Neubau entsteht, waren während der Nazi-Zeit tausende Juden in Kellern zusammengetrieben und in Konzentrationslager gebracht worden. Die Rampe außerhalb des EZB-Gebäudes ist allgemein zugänglich, für den Kellerraum soll es Führungen geben.

          Symbol für den Weg in den Abgrund

          Die Gedenkstätte zeige „Logistik und Infrastruktur des Verbrechens“, sagte der Vorsitzende der Jury, der Frankfurter Architekt Nikolaus Hirsch. Harry Schnabel von der jüdischen Gemeinde nannte die Rampe ein Symbol für den Weg in den Abgrund. „Während Tausende auf den Abtransport warteten, ging oben der Marktbetrieb ganz normal weiter.“

          Trichet sagte, der Ort erinnere an den schrecklichsten Teil der europäischen Geschichte. Die EZB stehe aber für Stabilität auch im Sinn von Frieden und Freundschaft. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) strich die Verantwortung der Stadt für die Verbrechen während der Nazi-Zeit heraus. „Wir waren verantwortlich, das war kommunales Handeln.“

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