https://www.faz.net/-gzg-yhv5

Gedenkstätte am EZB-Neubau : Rampe und Keller erinnern an Judendeportation

  • Aktualisiert am

EZB-Präsident Trichet und Frankfurts Rathauschefin Roth mit den Plänen für die Gedenkstätte Bild: dapd

Am Neubau der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Osten werden künftig eine Rampe und ein Keller an die Deportation tausender Juden aus der Stadt erinnern. Grundlage ist ein Entwurf des Kölner Büros Katzkaiser.

          Eine Rampe und ein Keller erinnern am Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) künftig an die Deportation tausender Juden. Die Stadt Frankfurt, die EZB und die Frankfurter jüdische Gemeinde haben sich auf den Entwurf des Kölner Büros Katzkaiser für eine Gedenkstätte geeinigt. Er trage den Besonderheiten des Ortes Rechnung und verleihe der Tragik der Deportationen und des Holocaust Rechnung, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Der Entwurf wurde aus den drei Siegern des Wettbewerbs für eine angemessene Erinnerung an die Deportationen ausgewählt.

          Von der alten Großmarkthalle aus, an deren Stelle der EZB-Neubau entsteht, waren während der Nazi-Zeit tausende Juden in Kellern zusammengetrieben und in Konzentrationslager gebracht worden. Die Rampe außerhalb des EZB-Gebäudes ist allgemein zugänglich, für den Kellerraum soll es Führungen geben.

          Symbol für den Weg in den Abgrund

          Die Gedenkstätte zeige „Logistik und Infrastruktur des Verbrechens“, sagte der Vorsitzende der Jury, der Frankfurter Architekt Nikolaus Hirsch. Harry Schnabel von der jüdischen Gemeinde nannte die Rampe ein Symbol für den Weg in den Abgrund. „Während Tausende auf den Abtransport warteten, ging oben der Marktbetrieb ganz normal weiter.“

          Trichet sagte, der Ort erinnere an den schrecklichsten Teil der europäischen Geschichte. Die EZB stehe aber für Stabilität auch im Sinn von Frieden und Freundschaft. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) strich die Verantwortung der Stadt für die Verbrechen während der Nazi-Zeit heraus. „Wir waren verantwortlich, das war kommunales Handeln.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die EU und Großbritannien : Warten auf Boris

          Einen Monat vor dem europäischen Gipfeltreffen, das Klarheit über den britischen EU-Austritt schaffen soll, wächst die Anspannung. Die EU hofft weiter auf konkrete Vorschläge aus Großbritannien. Doch die Zeit wird knapp.
          Schuldig: Der Angeklagte zwischen seinen Anwälten am Mittwoch vor Gericht

          Urteil im Mordprozess : Sophia L. war allgegenwärtig

          Für den Mord an der Studentin Sophia L. muss ein Lastwagenfahrer lebenslang ins Gefängnis. Für den Richter war es ein besonderes Verfahren: Sonst stehe immer der Angeklagte im Zentrum – diesmal sei es das Opfer gewesen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.