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Gastronomen in der Krise : „Kommt dann eine Lawine?“

Salvatore Rimonti in seinem Restaurant „Bistrot Salvatore“ (Archivbild) Bild: Wonge Bergmann

Salvatore Rimonti betreibt das „Bistro Salvatore“ in Frankfurt seit 1968 – und musste wegen der Pandemie zum ersten Mal überhaupt außerplanmäßig schließen. Im Interview spricht er darüber, wie er sich die Zeit nach Corona vorstellt.

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          Ihr „Bistro Salvatore“ ist geschlossen. Was machen Sie jetzt?

          Peter Badenhop
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das ist wirklich keine einfache Zeit. Wissen Sie, ich bin normalerweise jeden Tag in meinem Restaurant, außer montags haben wir jeden Tag ab 17 Uhr geöffnet. Das mache ich seit fast 50 Jahren, und darauf bin ich sehr stolz. Wir hatten noch nie geschlossen, außer den zwei Wochen Urlaub, die wir jedes Jahr machen. Ich habe so etwas wie jetzt noch nie erlebt.

          Kennen Sie jemanden, der infiziert ist?

          Gott sei Dank nicht! Unser ganzes Team ist gesund – und wartet, dass wir endlich wieder aufmachen. Aber das wird bestimmt noch eine Weile dauern. Und wir haben keine Ahnung, was passiert, wenn es dann soweit ist. Geht es langsam wieder los? Oder kommt eine Lawine auf uns zu? Wir wissen es einfach nicht. Aber was mich wirklich berührt hat, sind die vielen Anrufe und Mails, die ich von Stammkunden bekommen habe. Wissen Sie, ich lebe von meinen Stammkunden, viele Geschäftsleute, die seit Jahren zu mir kommen, viele internationale Gäste. Ja, und viele melden sich jetzt und fragen: „Mensch Salvatore, wie geht es dir? Wann macht ihr wieder auf?“ und so. Das ist sehr schön und positiv.

           Wie viele Mitarbeiter haben Sie?

          Ich habe sechs Leute, mit meiner Frau sieben. Meine Frau kümmert sich um das Finanzielle und die Hilfen, die wir jetzt hoffentlich bekommen. Die anderen sind zuhause. Entlassen mussten wir zum Glück noch niemanden. Aber wenn es zwei Monate so geht, dann müssen wir irgendwann anfangen zu kündigen. Ich hoffe, dass es nach Ostern wieder losgeht. Wir sind jedenfalls vorbereitet, mein Personal wartet, wir brauchen natürlich alle Geld. Wenn es heißt, wir dürfen wieder aufmachen, dann machen wir sofort auf.

          Haben Sie Sorge um Ihre Gesundheit? Sie gehören ja zur Risikogruppe.

          Ja, ich bin 70 Jahre alt, und viele Gäste und Freunde haben mich angerufen und gefragt, wie es mir geht. Aber ich bin vorsichtig, ich mache viel Sport, ich habe mein ganzes Leben lang immer sehr viel Sport gemacht.

          Gehen Sie denn noch aus dem Haus?

           Ja, abends gehe ich mit meiner Frau am Main spazieren, um frische Luft zu schnappen. Und sonst stehe ich auf dem Balkon und genieße die Sonne.

          Was glauben Sie, machen die Politiker einen guten Job in dieser Krise?

          Ja, wenn ich Italien sehe, dann muss man wohl sagen, dass das in Deutschland ganz gut läuft. Es hat natürlich niemand so ein Virus erwartet, aber in Italien wurden schon viele Fehler gemacht, glaube ich.

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