https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/fuer-meron-mendel-ist-nicht-jeder-palaestina-demonstrant-ein-antisemit-17347667.html

Mendel über Nahostkonflikt : „Nicht jeder, der für Palästina demonstriert, ist ein Antisemit“

Setzt weiter auf Dialog: Meron Mendel ist seit 2010 Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Bild: David Bachar / Bildungsstätte Anne Frank

Das Entsetzen über die antisemitischen Demonstrationen ist groß. Nach Ansicht von Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank, darf man die Jugendlichen, die dort Hass verbreiten, nicht aufgeben.

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          Herr Mendel, bei einer propalästinensischen Kundgebung wurden am vergangenen Wochenende in der Frankfurter Innenstadt antisemitische Parolen skandiert, die Stimmung war aggressiv. Unter den Demonstranten waren auch viele junge Menschen aus Einwandererfamilien. Warum radikalisieren sich junge Muslime durch den Nahostkonflikt?

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nicht jeder, der dort demonstrierte, ist ein Antisemit. Natürlich gab es Holocaustvergleiche, und es wurde zur Vernichtung Israels aufgerufen, aber es gab auch Menschen, die einfach nur ihre Solidarität mit der Zivilbevölkerung in Gaza ausdrücken wollten. Bei Demonstrationen ist es leider immer so, dass diejenigen, die am lautesten brüllen und die radikalsten Thesen vertreten, den Ton angeben. Aber zu Ihrer Frage: Für die Radikalisierung junger Muslime gibt es ganz unterschiedliche Gründe. Einer ist beispielsweise, dass türkischstämmige Jugendliche immer stärker von den israelfeindlichen Positionen der Regierung unter Ministerpräsident Erdogan beeinflusst sind.

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