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Früherer Soldat vor Gericht : Handgranaten im Zimmer

Sichergestellt: Ein Teil der Waffen, die hessische Ermittler in dem Haus in Glashütten fanden, auf einem Bild des Landeskriminalamts. Bild: dpa

Der ehemalige Bundeswehr-Soldat Tim F. soll ein rechtsextremes Manifest geschrieben und Waffen gehortet haben. Er habe geplant, die Regierung zu stürzen und die Welt zu „säubern“. Nun stehen er, sein Vater und sein Bruder vor Gericht.

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          Zum Schluss ging alles ganz schnell. An einem Tag Ende Februar 2021, so steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, beleidigte Tim F. seine Freundin als „Nutte“. Zweimal hatte er ihr da schon mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, sind die Ankläger überzeugt. Wenige Tage später wurde er festgenommen, der Zweiundzwanzigjährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Mit der mutmaßlichen Körperverletzung hat das aber nichts zu tun: Als die junge Frau, der es nach der Beleidigung dem Anschein nach endgültig reichte, zur Polizei ging, erzählte sie den Beamten noch mehr. Sie sprach von Waffen, die Tim F. gehortet und von einem „Manifest“, das er geschrieben habe.

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Als Ermittler bei F. durchsuchten, der damals noch Soldat bei der Bundeswehr war, fanden sie ein Waffenarsenal, das im Lauf weiterer Durchsuchungen wuchs. Auch das „Manifest“ tauchte auf: Darin ging es um einen „Bürgerkrieg gegen den Vernichtungskrieg der Juden“. F. wollte laut Staatsanwaltschaft eine Kampforganisation nach nationalsozialistischem Vorbild aufbauen, „um zunächst Deutschland und später die ganze Welt unter Einsatz von Waffen und Sprengmitteln zu erobern“. Der junge Mann, der zuletzt als Stabsdienstsoldat mit dem Dienstgrad Hauptgefreiter in Pfullendorf stationiert war, soll einen Plan aufgestellt haben, dem zufolge die eroberten Gebiete von Flüchtlingen und Migranten „gesäubert“ und Gefangene „medienwirksam eliminiert“ werden sollten.

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