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Friedensmarsch : Zu Fuß durch 200 Länder

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Die Augen funkeln lebenslustig, er gestikuliert, lacht und redet, redet, redet. Seine Mission, das spürt man, nimmt diesen Mann ganz und gar in Anspruch. Debasis De heißt er, kommt aus Kalkutta und befindet sich seit 1991 auf einer Friedensmission um die ganze Welt.

          Die Augen funkeln lebenslustig, er gestikuliert, lacht und redet, redet, redet. Seine Mission, das spürt man, nimmt diesen Mann ganz und gar in Anspruch. Debasis De heißt er, kommt aus Kalkutta und befindet sich seit 1991 auf einer Friedensmission um die ganze Welt. Zu Fuß. Allein. Zu Beginn hat ihm noch seine Frau beigestanden, aber sie mußte wegen gesundheitlicher Probleme aufgeben. Nach 75 Ländern. Zur Zeit befindet sie sich in Rumänien. De macht weiter. Er hat nach eigenen Angaben mittlerweile 111 Länder bewandert, weitere 91 sollen folgen, bis er seinen Marsch 2014 beenden will. Dann hätte er mehr als 140000 Kilometer zurückgelegt.

          Warum er das tut? "Frieden und Verständnis unter den Menschen", sagt er. Immer wieder. Es ist ihm ernst. Er hat Leid gesehen, vor allem in Afrika. "Im Kongo viele Tote", sagt er und führt dabei den Zeigefinger wie ein Messer an seinem Hals entlang. Armut, Krieg, Haß, all das will er beseitigen, indem er zu mehr Toleranz und Verständnis aufruft. Überall. Mutter Theresa hat ihn gesegnet, der Dalai Lama auch. Zum Papst hat er es nicht geschafft, nur zu dessen Sekretär. Deshalb ist er besonders traurig, daß Johannes Paul II. gestorben ist. "Es tut mir so leid." Gerne hätte er ihn gesprochen und seinen Segen empfangen.

          Zum zweiten Mal ist De jetzt in Deutschland. Das erste Mal hat er 1999 Bonn und Köln besucht. Auch wenn es etwas kälter hier sei als in seiner Heimat, möge er Deutschland. Besonders Fußball. "Beckenbauer ist mein Idol. Der Kaiser, ein starker Mann." Und dann lacht er wieder. 43 Jahre ist der Inder alt, wirkt aber wesentlich jünger. Vielleicht, weil er so dünn ist. Zu essen bekommt er nur, was andere ihm geben. Seine gesamte Reise finanziert er durch Spenden. Er wohne, wo immer ihm etwas angeboten werde, meist in kirchlichen Institutionen, manchmal in Hotels.

          "Kann ich etwas Wasser haben?" fragt er und hält fast entschuldigend eine leere Plastikflasche in die Höhe. Er freue sich, daß er hier sei. Der indische Konsul in Frankfurt habe ihm geraten, zur Zeitung zu gehen. "Bitte, es wäre wirklich wichtig, wenn Sie einen Artikel bringen könnten." Dabei hat er schon eine Unmenge von Zeitungsausschnitten dabei, dazu Fotos aus aller Welt, Bescheinigungen von Bürgermeistern, Botschaftern und Schulleitern. Sie alle bitten in ihren Briefen, De bei seiner Mission zu unterstützen. Unicef und die Unesco hätten ihn als Friedensbotschafter anerkannt.

          Seine Ziele sind noch einmal Afrika und dann Lateinamerika. Wie er über den Atlantik kommen wird, darüber hat sich De noch keine Gedanken gemacht, aber er ist zuversichtlich. Seine letzten Stationen schließlich sollen Nagasaki und Hiroshima sein. Dort, wo die Atombomben fielen. "Wo könnte ich meine Mission für den Frieden besser beenden?" THOMAS COLSHORN

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