https://www.faz.net/-gzg-ag8pe

Fridays for Future : Demonstration mit Waldbesetzung

Fridays for Future: Nach einer Demonstration sind Klimaschützer auf Plattformen in einem Waldstück im Frankfurter Osten geklettert. Bild: Lucas Bäuml

Aus Sicht vieler Demonstranten von Fridays for Future reicht weder die Bambuszahnbürste im eigenen Bad noch das Kreuzchen auf dem Wahlzettel aus, um etwas zu verändern. Der parlamentarischen Demokratie trauen sie nicht, sie setzen auf einen Systemwandel.

          2 Min.

          Mit individuellem Handeln sei die Klimakrise nicht zu überwinden – da ist sich die Rednerin von Fridays for Future sicher. „Ob wir als Einzelne Bambuszahnbürsten kaufen, ist irrelevant“, sagt die junge Frau auf dem Lastwagen vor der Alten Oper. Von ähnlich begrenzter Wirkung wie Bambuszahnbürsten seien die Kreuzchen auf dem Wahlzettel. Wirklich helfen werde nur ein Systemwechsel, sprich die Abschaffung des Kapitalismus. Das aber sei „nicht im Bundestag oder im Supermarkt, sondern nur auf der Straße“ zu bewerkstelligen. „Braver Protest bringt nichts.“ Dass etwas illegal sei, bedeute nicht, dass es falsch sei, dass etwas legal sei, heiße nicht, dass es richtig sei. Auf dem bis an den Rand gefüllten Opernplatz brandet Applaus auf.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Im späteren Verlauf des Freitags werden einige Aktivisten den Worten Taten folgen lassen. Im Anschluss an die Demonstration von Fridays for Future, die auf dem Opernplatz beginnt und mit einer Kundgebung auf dem Römerberg endet, besetzen Klimaschützer ein kleines Waldstück im Frankfurter Osten. Sie wollen damit die geplanten Rodungen für den Ausbau der A66 und den Bau des Riederwaldtunnels verhindern. Für die Autobahn würden im Fechenheimer Wald, im Erlenbruch und im Teufelsbruch auf zwei Kilometern wertvolle Bäume, artenreiche Feuchtgebiete und Alleenbäume zerstört, teilt die Kampagne „Teufelsbruch bleibt!“ mit.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          In sieben Wochen Kanzler? Kurz nach Nikolaus will sich Olaf Scholz vom Bundestag wählen lassen.

          Ampel-Koalition : So wollen SPD, Grüne und FDP verhandeln

          300 Unterhändler machen für SPD, Grüne und FDP die Einzelheiten des Koalitionsvertrags aus. In 22 Arbeitsgruppen ringen sie um Kompromisse. Doch die harten Nüsse müssen die Parteichefs selbst knacken.
          Verabreichung einer Corona-Schutzimpfung mit dem Mittel von BioNTech und Pfizer

          Corona-Impfstoff : BioNTechs China-Debakel

          Dass China den Impfstoff von BioNTech trotz seiner Qualität ablehnt, ist ein Skandal. Die Führung in Peking verweigert ihrer Bevölkerung einen besseren Schutz vor der Pandemie, weil er aus dem Ausland kommt.
          Lieber was Eigenes: Ein Einwohner von Wuhan erhält eine Impfung mit dem chinesischen Sinopharm-Vakzin.

          Impfstoffe : China bremst BioNTech aus

          Die Verhandlungen liefen bereits, man war zuversichtlich. Eine Milliarde Impfstoffdosen im Jahr wollte das Unternehmen auf dem größten Markt der Welt verkaufen. Doch daraus wird wohl nichts.