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Fridays for Future : Klimaprotest im „Monument der Demokratie“

  • -Aktualisiert am

Massenandrang: Auf dem Frankfurter Opernplatz ist während der Kundgebung, auf der Aktivisten und Wissenschaftler sprechen, kein Durchkommen mehr. Bild: Claus Setzer

Mit einer langfristig geplanten Besetzung der Frankfurter Paulskirche setzen rund 30 Aktivisten ein Ausrufezeichen bei der Fridays-for-Future-Demonstration.

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          Eine Jugendliche hockt im Plenarsaal der Paulskirche, hektisch telefoniert sie mit ihrer Mutter. Frederike, wie sie sich nennt, ist 15 Jahre alt. Sie ist ganz aufgeregt. Während sie noch telefoniert, steht sie plötzlich auf, läuft zum Fenster und schaut hinaus. Der Blick nach draußen verrät: Eine Polizeikette hat sich rings um das Gebäude gebildet. Die Kirche ist abgeriegelt. Niemand kommt mehr hinein, es geht nur noch hinaus. Die Polizei, die Fernsehteams und Hunderte Jugendliche, die sich mit den Schülern im Inneren der Kirche solidarisieren, sind da, weil Frederike drinnen ist. Sie und rund 30 weitere Aktivisten von Fridays for Future haben das „Monument der Demokratie“, wie einer die Paulskirche etwas pathetisch nennt, um Punkt 15.11 Uhr besetzt. Frederike hat mittlerweile aufgelegt und sagt: „Meine Mutter meinte, sie ist ganz stolz auf mich.“ Danach schlägt sie sich erleichtert mit der Hand auf die Brust und strahlt für einige Sekunden ihre Mitstreiter an.

          Wenige Schritte von Frederike entfernt sitzt das Gros der Besetzer auf dem Boden. Während einige gerade das Banner, auf dem in grünen Lettern „Klimagerechtigkeit“ steht, für die Fotografen zurechtziehen, tritt ein junges Mädchen an das Rednerpult. Sie steht dort einige Sekunden, schweigt, Licht fällt auf die eine Hälfte ihres Gesichts. Heldenpose. Für den Frankfurter Ableger der Fridays-for-Future-Gruppe war der Tag ein Erfolg und die Besetzung der Paulskirche der Höhepunkt, wie ein Organisator bestätigt.

          Nach Polizeischätzungen haben etwa 12.000 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Veranstalter sprechen von 25.000 Teilnehmern. Start der Großdemonstration durch die Frankfurter Innenstadt ist der Opernplatz. Bei der Kundgebung dort sieht man Banner unterschiedlichster Bündnisse, Parteien und Vereine. Sie alle wollen sich mit Fridays for Future solidarisieren. Eine Gruppe älterer Frauen steht unter einem großen gelben Transparent. Eine Frau trägt ein Schild, auf dem „Oldies for Future“ steht. Sie wollten hier ihre Enkel unterstützen, sagt eine der älteren Damen. Und wird dann kämpferisch: „Wir brauchen die Verkehrswende, jetzt“, ruft sie entschlossen.

          „Seid vorsichtig“

          Etwas abseits von den „Oldies“ steht eine junge Frau: „Ich trage Verantwortung unter meinem Herzen“, sagt sie etwas kryptisch und klärt dann auf: „Ich bin schwanger.“ Sie frage sich manchmal, in welche Welt sie ihr Kind setze. Sie wolle nicht zu Hause hocken, während Tausende für sie und ihr Ungeborenes auf die Straße gingen. Auf der Hauptbühne hat gerade die Band das letzte Lied gespielt. Während die Demonstranten vom Opernplatz wieder auf die Mainzer Landstraße strömen und den Protestmarsch in Richtung Innenstadt fortsetzen, treffen sich neben der Hauptbühne, im „Backstage“, Frederike, Jannik und drei weitere Mitstreiter. Sie gehören zu den Eingeweihten, denen später die geplante Besetzung der Paulskirche gelingen wird.

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