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Fraport-Terminal 3 : Letzter Akt des Flughafenausbaus

Der Fraport im Umbruch – erweiterte Kapazitäten sind dringend nötig. Bild: F.A.Z.

Bald wird der Grundstein für das dritte Terminal am Frankfurter Flughafen gelegt. Oberbürgermeister Feldmann nimmt nicht an der Eröffnung des umstrittenen Projekts teil.

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          Das wird mehr als ein routinierter Akt: Wenn die FraportAG bald feierlich den Grundstein für das Terminal 3 legt, dann nimmt der Flughafenbetreiber nicht nur das letzte große Projekt des Ausbaus offiziell in Angriff, sondern demonstriert nebenbei auch, dass er es gegen erhebliche Widerstände durchgesetzt hat. Lange zeigte sich insbesondere Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) skeptisch, ob es wirtschaftlich sinnvoll sei, in dieses Vorhaben 3,5 bis vier Milliarden Euro zu investieren.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Al-Wazir wird nicht zum Festakt an der Baustelle kommen, Staatssekretär Jens Deutschendorf (Die Grünen) vertritt ihn. Al-Wazir müsse als Minister für Wohnungsbau an diesem Tag zu einem Richtfest, hieß es aus Wiesbaden. Das Land, das weiterhin größter Anteilseigner von Fraport ist und zusammen mit der Stadt Frankfurt die Mehrheit hält, werde voraussichtlich von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) repräsentiert. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der im Fraport-Aufsichtsrat sitzt, aber dem Ausbau sehr kritisch gegenübersteht, wird nach Auskunft eines Sprechers – anders als gestern irrtümlich berichtet – nicht zum Festakt kommen.

          Die Arbeiten im Süden des Flughafenareals werden sich in den nächsten Monaten auf den Flugsteig G konzentrieren, der schon im Frühjahr 2021 in Betrieb genommen werden soll. Er steht dann den Billigfluggesellschaften zur Verfügung. Es wird erwartet, dass deren Anteil auch in Frankfurt weiter wächst. Die Umbrüche der vergangenen Jahre im internationalen Luftverkehr haben den Betreiber des Frankfurter Flughafens gezwungen, sich diesem Geschäftsfeld zu öffnen und den Ausbau entsprechend anzupassen.

          Erweiterte Kapazitäten dringend nötig

          Ohnehin hatte man das dritte Terminal in Modulen geplant, der zweite Bauabschnitt mit dem „Finger“ für Billigflieger wurde daher vorgezogen. Flugsteig G ist in der ersten Phase für an die fünf Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt; wenn er vollständig ausgebaut ist, könnten bis zu sieben Millionen abgefertigt werden, heißt es. Vorerst werden neun Andockpositionen für Flugzeuge geschaffen. Bis Herbst 2023 sollen auch das Zentralgebäude des neuen Terminals sowie die Flugsteige H und J fertig sein. Damit würde die Kapazität des Terminals insgesamt etwa verdreifacht. Ginge es nach den ursprünglichen Zeitvorstellungen, wäre das Terminal 3 insgesamt längst in Betrieb. Dort sollen einmal mehr als 20 Millionen Passagiere im Jahr abgefertigt werden.

          Neue Kapazitäten, um Fluggäste bequem ein- und auschecken zu lassen, sind in Frankfurt dringend nötig. Das zeigten die Engpässe und Verzögerungen im vergangenen Jahr. Mit fast 70 Millionen Passagieren wurde die Belastungsgrenze erreicht. Während die Passagierzahlen wie erwartet wuchsen, verharrten die jährlichen Flugbewegungen in Frankfurt knapp über der Marke von 500.000. Das ist noch sehr weit von den 700.000 Starts und Landungen entfernt, die einst für die Zeit von 2020 an vorausgesagt worden waren.

          Verzögert worden war die Genehmigung für das dritte Terminal durch Bedenken, die Öffnung für die Billigflieger und das dadurch erwartete Wachstum seien nicht mehr mit den ursprünglichen Ausbauplänen zu vereinbaren. Aus Sicht des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau liefert das neue Terminal „endgültig den Sargnagel für die Rhein-Main-Region“. Roll- und Bodenlärm würden künftig die Bürger von Walldorf und Zeppelinheim quälen. Zudem werde der Individualverkehr wegen der fehlenden S-Bahn-Anbindung dramatisch zunehmen.

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