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Frankfurts Personaldezernent : „Die Bürger erwarten gute Dienstleistungen“

Stefan Majer weiß, dass die Schaffung von Stellen den Haushalt der Stadt belasten. Dennoch ist es wichtig. Bild: Wonge Bergmann

Seit Jahren schafft die Stadtregierung neue Stellen. Das belastet den Haushalt auf Jahrzehnte. Personaldezernent Stefan Majer hält es trotzdem für unerlässlich.

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          Auf welcher Grundlage entscheidet die Stadt, ob sie mehr Mitarbeiter braucht?

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wenn neue Stellen bewilligt werden, ist das nur der Endpunkt eines Prozesses. Zuvor hat die Verwaltung meist jahrelang versucht, die größten Löcher zu stopfen und sich über die Runden zu retten. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die Stadt oft in einer schwierigen finanziellen Lage war. Aber irgendwann kommt jede Verwaltung an eine Grenze, in der Notbehelfe nicht mehr ausreichen. Mir liegt jetzt daran, strukturelle und vorausschauende Lösungen zu entwickeln, damit wir erst gar nicht wieder in solche Situationen kommen.

          Welches objektive Kriterium gibt es, um festzustellen, dass eine solche Grenze überschritten ist?

          Da gibt es nicht einen einzelnen Punkt. Ich kann nicht sagen: Krankenstand. Ich kann nicht sagen: Überstunden. Ich kann nicht sagen: neue Gesetze. Ich kann nicht sagen: höhere Fallzahlen. Es ist eine Mischung aus vielen Aspekten.

          Das heißt, neue Stellen allein an einer Überlastung festzumachen und dafür die Zahl der Fehltage heranzuziehen, reicht nicht aus?

          Das wäre in der Tat ein unzulässiger Kurzschluss. Wir bemühen uns in den Ämtern, auch solchen Anzeigen von Überlastungen nachzugehen. Krankmeldungen können verschiedene Ursachen haben. Manchmal haben sie auch mit organisatorischen Mängeln oder mit Führungsverhalten zu tun. Dann arbeiten wir daran, solche Strukturen zu verbessern.

          Wie viele Tage fehlt ein städtischer Mitarbeiter im Schnitt krank im Jahr?

          2017 waren es 24,8 Tage. Wissen muss man, dass rund ein Viertel der Beschäftigten 43 Tage und mehr ausfiel, also als langzeiterkrankt galt. Dazu kommt, dass bei der Stadt rund elf Prozent der Beschäftigten einen Schwerbehindertenstatus haben, deutlich mehr übrigens als die gesetzlich vorgeschriebenen fünf Prozent.

          Gibt es Verwaltungsteile, in denen mehr Stellen sogar Geld einsparen würden?

          Es gibt eine Reihe von sogenannten refinanzierten Stellen. Ein Beispiel ist die Stabsstelle Werberechte im Dezernat von Stadtrat Mike Josef. Dort konnten wir durch eine Ausschreibung hohe Zusatzeinnahmen erzielen. Aber natürlich muss das Ganze innerhalb der Verwaltung auch umgesetzt werden. Deshalb haben wir dort einige neue Stellen genehmigt.

          Gibt es weitere Beispiele?

          Den neuen Tourismusbeitrag und die neue Zweitwohnungsteuer. Auch da erzielt die Stadt zusätzliche Einnahmen, die sie aber auch erheben muss. Dafür braucht sie wiederum Personal.

          Zu hören ist, dass die Stadt Unsummen für externe Rechtsgutachten ausgeben muss, weil das eigene Rechtsamt zu dünn besetzt ist.

          Bei mir wurden keine neuen Stellen angefordert.

          Vielleicht ist Dezernentin Daniela Birkenfeld zu bescheiden?

          Ich würde eher sagen, dass manche Rechtsfragen heutzutage so hochspezifisch sind und eine derartige Expertise erfordern, dass wir diese Spezialkenntnisse gar nicht alle innerhalb der Stadtverwaltung vorhalten können. Wir brauchen einen Grundbestand an guten Juristen, den wir auch haben. Es ist aber richtig, die besonderen Themen extern abzudecken.

          Wie viele Mitarbeiter hat die Stadtverwaltung aktuell?

          Die Stadtverwaltung beschäftigt aktuell 13.800 Menschen. Hinzu kommen rund 1000 gestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise am Klinikum Frankfurt-Höchst und an den Städtischen Bühnen. Das sind diejenigen, die nach der Umwandlung des Klinikums und der Bühnen in eine GmbH weiter direkt bei der Stadt angestellt bleiben wollten und seitdem an die jeweilige GmbH gestellt werden.

          Sind in den Zahlen die städtischen Eigenbetriebe schon enthalten?

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