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Frankfurts Innenstadt leidet : Muss das so aussehen?

Unschön: Die Sanierung der Kleinmarkthalle schließt den Umbau des Parkplatzes nebenan nicht aus. Bild: Lucas Bäuml

Viele öffentliche Räume in der Innenstadt sind nicht einladend gestaltet. Besonders krass ist es rund um die Kleinmarkthalle. In der Pandemie wiegt das doppelt schwer.

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          Auf dem Vorplatz vor dem östlichen Eingang zur Kleinmarkthalle stehen vier Laubbäume in einem struppig bewachsenen Hochbeet, umfasst von lieblosen Betonsteinen. Ein Architekt, eine Soziologin und ein Stadtplaner – Manfred Wenzel, Carola Scholz und Torsten Becker – stehen im Nieselregen und ärgern sich. „Warum kann man auf den Betonsteinen keine Bänke montieren, damit die Leute wenigstens im Sitzen essen und trinken können? Man könnte hier mit wenig Mitteln so viel erreichen“, meint Scholz. Becker sieht das ähnlich: „Wenn ich hier ein Frikadellenbrötchen esse, sitze ich im Taubendreck.“ Den Platz etwas aufzuhübschen koste vielleicht 100.000 Euro. Aber die Abstimmungen zwischen der Verwaltung und der Politik dauerten elendig lang. „Wer alles koordinieren will, der koordiniert am Ende gar nichts mehr.“ Wenzel formuliert es so: „Man kann es machen. Oder man sammelt alle Argumente der Bedenkenträger und lässt es, wie es ist.“

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die drei engagieren sich im Städtebaubeirat, der die Stadtplanung bei der Gestaltung der Innenstadt berät. Der Beirat hat auf Rundgängen die Innenstadt analysiert und viele Verbesserungsvorschläge gemacht. Passiert ist kaum etwas. Dabei wäre es gerade in der Corona-Krise angebracht, die Innenstadt mit Impulsen und Experimenten wie kreativen Zwischennutzungen in leer stehenden Läden, Pop-up-Aktionen oder Kulturangeboten voranzubringen.

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