https://www.faz.net/-gzg-9sdir

Frankfurter Zoo : Jeder Besucher kostet die Stadt 14,29 Euro

Besucherandrang: Die Pinguin-Anlage lockt seit diesem Frühjahr viele Besucher an. Trotzdem muss die Stadt ihren Zuschuss seit Jahren erhöhen. Bild: Wonge Bergmann

Der Frankfurter Zoo stellt seinen ersten Jahresbericht seit 26 Jahren vor. Das Fazit: Die Besucher- und Spenderzahlen nehmen zu. Auf der anderen Seite steigen auch die Ausgaben der Stadt für den Tierpark.

          2 Min.

          Ein Besuch im Frankfurter Zoo ist kein besonders billiges Vergnügen. Seit Anfang des Jahres kostet die Eintrittskarte für einen Erwachsenen zwölf Euro, sechs Euro für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 17 Jahren. Wäre der Tierpark ein privates Unternehmen, müsste er für jede Karte gut 14 Euro mehr verlangen – denn das ist der Betrag, den die Stadt für jeden Besucher als Zuschuss dazugibt. Dieser Pro-Kopf-Zuschuss, der aus dem jetzt vorgelegten Jahresbericht für 2018 steht, ist allerdings nur ein Mittelwert, in die Berechnung der Besucherzahl fließen nämlich auch jene Gäste ein, die zum Beispiel mit einer Jahreskarte viele Male im Jahr im den Tierpark kommen. Zudem könnte sich das Verhältnis noch stark ändern, wenn künftig auch viele größere Kinder freien Eintritt bekommen sollten.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Einnahmen des Zoos setzen sich aus den Eintrittsgeldern und einigen Einnahmen aus Vermietungen für Veranstaltungen auf dem Zoogelände und im Gesellschaftshaus zusammen. Insgesamt lagen sie nach leichten Rückgängen im vergangenen Jahr mit 6,1 Millionen Euro zwar genauso hoch wie 2014, die Kosten sind jedoch seither von 15,4 Millionen Euro auf 18,5 Millionen gestiegen. So konnte der Zoo vor fünf Jahren seinen Finanzbedarf noch zu 40 Prozent aus seinen Einnahmen decken, 2017 und 2018 aber nur noch zu 33 Prozent. Dabei hatte der Tierpark im vergangenen Jahr mit knapp 868.800 sogar etwas mehr Besucher als 2014 und deutlich mehr als in den Jahren dazwischen.

          Zoodirektor Miguel Casares weist darauf hin, dass der Jahresbericht der erste dieser Art seit 26 Jahren ist. Darin stehen erfreuliche Entwicklungen, wie die Tatsache, dass die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gestiegen sind, negativen Fakten wie die Steigerungen der Ausgaben gegenüber. Diese sorgen für ein Defizit von 12,4 Millionen Euro, das aus dem städtischen Haushalt gedeckt werden muss. Die Personalkosten haben mit 48 Prozent den höchsten Anteil an den Ausgaben. Sie sind für die 185 Mitarbeiter und 178 Praktikanten von 8,28 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 8,94 Millionen Euro 2018 gestiegen. Die Energiekosten machen zehn Prozent der Ausgaben aus, das Tierfutter steht für vier Prozent: 65 Tonnen Äpfel, 36 Tonnen Karotten, 20 Tonnen Fleisch und 16 Tonnen Fisch wurden im Jahr 2018 verfüttert.

          Der Jahresbericht enthält weitere interessante Zahlen: Das schwerste Tier im Zoo ist Flusspferd Petra mit 1,5 Tonnen. Am beliebtesten bei den Tierpaten sind die Erdmännchen, für die es 406 Spender gibt. 2672 Patenschaften für Zootiere gibt es insgesamt, sie haben dem Zoo im vergangenen Jahr 210.000 Euro an Spenden eingebracht. Weitere 100.200 Euro wurden über die Aktion „Ein Herz für den König“ zur Finanzierung des neuen Löwengeheges eingesammelt. Insgesamt beherbergt der Zoo 4235 Tiere und 463 Arten. Seine Beliebtheit misst der Zoo nicht nur an den steigenden Besucherzahlen der vergangenen Jahre, sondern auch daran, dass er rund eine Million Besuche auf seiner Internetseite und fast 10.000 Likes auf Facebook gezählt hat.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hinter den Häusern und Kirchen der Innenstadt in München sind am Morgen die Berge sichtbar.

          Bauvorhaben und Infrastruktur : Bayern und seine Schwächen

          Bayern steht gut da, doch auch im Freistaat hakt es mancherorts außerordentlich. In München droht gar ein verkehrspolitisches Desaster – das bald womöglich den Vergleich mit dem Berliner Flughafen nicht mehr scheuen muss.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump gemeinsam mit Apple-Chef Tim Cook in einem Computerwerk in Austin, Texas

          Freundschaftstest : Trump macht Apple Hoffnung

          Tim Cook empfängt den Präsidenten zum Fototermin in einem Computerwerk in Texas. Dieser nützt die Kulisse für Attacken gegen seine politischen Gegner – und signalisiert, dass Apple von Strafzöllen verschont werden könnte.
          Peter Feldmann bei einem Besuch im Awo-Jugendhaus im Frankfurter Gallusviertel im Jahr 2014.

          Peter Feldmann und die Awo : Das Schweigen des Oberbürgermeisters

          Weil die Arbeiterwohlfahrt seine Ehefrau zu ungewöhnlich guten Konditionen beschäftigt haben soll, steht Peter Feldmann stark unter Druck. Die Awo rechtfertigt derweil die hohe Bezahlung der Frau des Frankfurter Oberbürgermeisters – und hat noch in einem anderen Fall Probleme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.