https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurter-wirtschaftsfoerderung-wichtige-personalie-18489229.html

Frankfurter Wirtschaftsförderung : Wichtige Personalie

Wichtige Personalie: Oliver Schwebel (Wirtschaftsförderung Frankfurt) beim Metropol-Forum in der Pagode der F.A.Z. im Jahr 2017. Bild: Frank Röth

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht Frankfurt Kontinuität: Doch der Abgang des Chefs der Wirtschaftsförderung droht, ein Vakuum zu hinterlassen.

          1 Min.

          Die Stadt Frankfurt steht in den nächsten Jahren vor wichtigen Weichenstellungen. Wird es gelingen, Gewerbeflächen zu entwickeln und eine Infrastruktur zu bieten, um Industriebetrieben attraktive Rahmenbedingungen zu bieten? Ist Frankfurt in der Lage, aus eigener Kraft Start-ups hervorzubringen, die für Investoren interessant und über die Grenzen der Region hinaus erfolgreich werden können? Kann Frankfurt Fachkräfte ausbilden, um dem zunehmenden Mangel an Personal Herr zu werden? Welche Folgen werden die derzeitige Unsicherheit, Inflation und Rezession auf die hiesige Wirtschaft und damit auf Arbeitsplätze, Löhne oder auch Gewerbesteuer-einnahmen haben?

          In Frankfurt spielt die Wirtschaft eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, wer die städtische Wirtschaftsförderung steuert, alles andere als trivial. Schließlich handelt es sich bei der städtischen Gesellschaft um ein Bindeglied zwischen der Politik auf der einen Seite, die den Rahmen für den Gedeih der Wirtschaft setzen soll, und den Unternehmen und ihren Bedürfnissen auf der anderen.

          Der Abgang von Geschäftsführer Oliver Schwebel, der die Wirtschaftsförderung zum Jahresende mit bislang unbekanntem Ziel verlassen wird, kommt aufgrund der wirtschaftspolitischen Herausforderungen zur Unzeit und wird im Umfeld des Römers zum Teil so interpretiert, dass es hinter den Kulissen Unstimmigkeiten über Ausrichtung und Arbeitsweise der Gesellschaft gegeben haben könnte.

          Der für viele überraschende Abschied reißt eine Lücke. Schwebel war umtriebig, präsent, gut vernetzt und damit in der Lage, Menschen schnell an einen Tisch zu bringen. Er wusste den Vorteil der – auch im übertragenen Sinne – „kurzen Wege“ zu nutzen. Etwas, das Frankfurt im Vergleich zu anderen Metropolen auszeichnet. Unabhängig von der Person ist es wichtig, möglichst schnell einen Nachfolger für Schwebel zu finden. Der Wettbewerb um die internationale Geldwäschebehörde, die Frankfurt gerne am Main ansiedeln würde, um den Finanzstandort zu stärken, steht beispielhaft dafür, dass sich die Stadt und ihre Wirtschaft gerade angesichts komplexer Herausforderungen kein Vakuum leisten können.

          Im Frankfurter Römer hat die Diskussion um die Neubesetzung und womöglich um eine Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung begonnen. Sie sollte schnell zu einem fruchtbaren Ergebnis kommen.

          Daniel Schleidt
          Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weitere Themen

          Zu häufig zu spät

          Baustellen der Bahn : Zu häufig zu spät

          Die Deutsche Bahn hört nicht auf, Anlass für Ärger und Spott zu bieten. Aus den Berichten von Fahrgästen geht hervor, dass vor allem Mainz schlecht angebunden ist und der zu kleine Hauptbahnhof für Probleme sorgt.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.