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Frankfurter Weihnachtsmarkt : „Er bringt Licht in die Herzen“

Noch ohne Licht: Der Weihnachtsmarkt beginnt erst am Montag. Bild: Lucas Bäuml

Die Frankfurter Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg will den Weihnachtsmarkt als Interims-Stadtoberhaupt anders eröffnen als Peter Feldmann. Mit ihr sollen Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen auf die Bühne.

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          Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen) erinnert sich immer wieder gerne an ihre ersten Weihnachtsmarkterlebnisse. Nachdem sie in den Achtzigerjahren aus Iran nach Frankfurt ge­flüchtet war, war ihr die Adventskultur verständlicherweise sehr fremd. „Aber das Lachen meiner kleinen Tochter hat mir so viel gegeben“, sagte sie nun bei der Vorstellung des Weihnachtsmarktes, den sie selbst am Montag (21. November) eröffnen darf. Die Bürgermeisterin ist nach der Abwahl von Peter Feldmann Interims-Stadtoberhaupt und hat in dieser Funktion eben auch die Aufgabe, gegen 17:10 Uhr das Licht am Weihnachtsbaum „Manni“ anzuknipsen.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Das ist eine große Ehre für mich, dass ich den schönsten Weihnachtsmarkt der Welt jetzt eröffnen darf.“ Das Ereignis passe ohnehin sehr gut zu ihren Aufgaben als Integrationsdezernentin. Sie setze sich stets dafür ein, dass sich die Menschen begegneten und miteinander ins Ge­spräch kämen. „Der Weihnachtsmarkt ist ein solcher Ort. Er bringt Licht in die Herzen.“

          Zusammen den Lichtschalter drücken

          Die Bürgermeisterin will das untermauern, indem sie den Weihnachtsmarkt ganz anders eröffnet als in den vergangenen Jahren Feldmann. Dieser sei gerne mit seiner Amtskette erschienen und habe sehr förmlich das Volksfest eröffnet. „So was wird es mit mir nicht geben. Ich hole Menschen auf die Bühne, die kurz reden dürfen und dann mit mir auf den Buzzer drücken zum Lichtanschalten.“ In dieser kleinen Schar aus Vertretern verschiedener Grup­pen der Gesellschaft sollen neben Schaustellersprecher Thomas Roie eine Vertreterin des Rats der Religionen, die Ortsälteste oder eine Vertreterin des Stadtschülerrats sein, aber auch die Polizei und die Feuerwehr werden re­präsentiert.

          An den 207 Ständen, je 40 Prozent davon gastronomische Angebote und Kunsthandwerk oder andere Weihnachtsartikel, geht es für die Schausteller derweil vor allem darum, nach den mickrigen Corona-Jahren Geld zu er­wirtschaften trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Die Krisen der Welt ha­ben zu Kostensteigerungen von rund 30 Prozent geführt. „Ich mache mich aber in unseren Kreisen dafür stark, dass wir trotzdem unsere Preise weitgehend stabil halten, um attraktiv zu bleiben für die Menschen, die auch belastet sind. Wir können unsere Kosten nicht weitergeben“, sagt Roie.

          So werde der Glühweinpreis voraussichtlich an allen Ständen wie im Vorjahr bei vier Euro liegen. Ausgeschenkt wird er im übrigen aus einer Tasse, die den Abschluss einer schönen Serie bildet: In den vergangenen sieben Jahren widmete die Tourismus und Congress Frankfurt (TCF) als Veranstalter die Pfandtasse jeweils einem traditionsreichen Teil der Frankfurter Geschichte. Die Tasse weist nun in der Optik, wie auch im Schriftzug in der Tasse auf das bevorstehende 175-Jahr-Jubiläum der Revolution von 1848/49 hin. Die Vorfreude soll, wie TCF-Geschäftsführer Thomas Feda „im Sinne der Transparenz“ eingestand, nicht getrübt werden durch einen Fehler bei einigen Tassen. „Dort fehlt ein 'e' und es heißt Paulskirch, so wie man es in meiner fränkischen Heimat aussprechen würde“, sagte der TCF-Chef im Scherz.

          Schausteller würden 2024 gerne früher beginnen

          Feda konnte außerdem noch auf die Energieffizienz des Weihnachtsmarktes hinweisen, die durch den sparsamen „Manni“ noch gesteigert werde. Da er als „vergleichbar kleiner Baum nur 4980 LED-Birnen statt vorher 7000 benötigt und wir die Leuchtzeiten einschränken, kommen nur 483,63 Euro an Stromkosten auf uns zu, weil wir nur 1500 statt 4000 Kilowattstunden verbrauchen, wie wir ausgerechnet haben,“ Die Schausteller seien ohnehin seit Jahren sehr effizient tätig, da sie die Ersparnisse direkt im Geldbeutel spürten.

          Dafür haben sie andere Sorgen: Nachdem Of­fenbach in diesem Jahr bereits in der Woche vor Totensonntag eröffnet hat, regte Schausteller-Sprecher Roie zumindest für das kommende Jahr mit dem spätestmöglichen Totensonntagstermin erst am 26. November an, auch den Schaustellern in Frankfurt die wirtschaftlich bedeutsame Zusatzwoche zu gewähren. Feda zeigte sich diesen Forderungen gegenüber eher abgeneigt: „Ich glaube nicht, dass wir daran rütteln sollten, auch aus Respekt gegenüber den Kirchen.“

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