Ausdehnung des Wäldchestags : Wild im Wald
- -Aktualisiert am
Vorbereitungen für den Schleudergang: Die Fahrgeschäfte im Wald sind bereit für den Wäldchestag. Bild: Lucas Bäuml
Der Wäldchestag in Frankfurt beginnt erstmals bereits am Freitag. Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst freut sich auf das Fest schlechthin für Frankfurter.
Stephanie Wüst darf man getrost als Expertin bezeichnen, wenn sie zu einem Volksfesttermin wie dem Rundgang über das Wäldchestag-Gelände erscheint. Die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin ist zwar erst seit kurzer Zeit als Aufsichtsratsvorsitzende der Tourismus und Congress Frankfurt (TCF) politisch verantwortlich für die Ereignisse von der Frühjahrs-Dippemess bis zum Weihnachtsmarkt.
Viel mehr qualifiziert sie aber, dass sie eine äußerst mutige Nutzerin aller möglichen Fahrgeschäfte ist. Beim Dippemess-Rundgang im April beeindruckte sie durch ihre Furchtlosigkeit bei diversen Schleudergängen. Zudem ist Wüst auch noch „waschechte“ Frankfurterin. „Ich bin von klein auf mit den Volksfesten groß geworden“, sagt sie. „Der Wäldchestag war für mich immer schon besonders, weil fast hinter jedem Baum eine neue Attraktion versteckt war oder ein anderer Geruch von einem Essensstand lockte.“
Wüst selbst ist nach eigenen Worten „in der Nordweststadt sozialisiert“, Jahr für Jahr sei sie begeistert, dass sie am Pfingstwochenende ständig alte Bekannte treffe, die sie jahrelang nicht gesehen habe. „Deshalb ist der Wäldchestag für mich das Fest schlechthin für Frankfurter“, sagt sie.
Ein zusätzlicher Tag für die Schausteller
Die Zahlen der TCF bestätigen das. Während bei der Dippemess ein großer Teil der Besucher aus dem Main-Kinzig-Kreis oder Offenbach anreisten, seien beim Wäldchestag, der an den bevorstehenden Tagen an die 200.000 Besucher anlocken dürfte, die Frankfurter fast unter sich bei dem laut TCF-Geschäftsführer Thomas Feda deutschlandweit einzigartigen Fest, „weil es zu hundert Prozent im Wald stattfindet.“
Am Freitagabend wird sich zeigen, wie gut die stille Post unter den Frankfurtern funktioniert: Denn erstmals in seiner jahrhundertealten Historie beginnt das Volksfest nahe des Oberforsthauses im Stadtwald bereits am Freitagnachmittag um 17 Uhr. Die Ausdehnung des Festes, das von Samstag bis Dienstag jeweils schon um 12 Uhr beginnt, war ein Wunsch der Schausteller, die wegen Inflation und diverser Krisen unter Preissteigerungen zu leiden haben, die sie nach Worten ihres Sprechers Thomas Roie „nicht an unsere Besucher weitergeben wollen und können“.
Nachdem in den vergangenen Jahren der Wäldchestag selbst, also der Dienstagnachmittag nach Pfingsten, als klassischer Frankfurter Feiertag stark an Bedeutung verloren habe und nur noch wenige Unternehmen für den Gang in den Wald freigäben, seien Einbußen unausweichlich, sagt Roie. Gerade für Fahrgeschäfte wie Riesenrad oder Achterbahn sei der Aufwand für ein Viertagesfest unter diesen Umständen kaum noch zu finanzieren.
Immerhin war die TCF nach eigenem Bekunden im Vorjahr recht erfolgreich mit ihrer Werbeaktion „Zurück zu den Wurzeln“, mit der sie gezielt Betriebe für den gemeinsamen Besuch begeistern wollte. Eine Neuauflage wird es aber erst im kommenden Jahr geben. Die TCF hatte schlicht zu wenige personelle Kapazitäten für eine Wiederholung in diesem Jahr. Das Paulskirchenfest am vergangenen Wochenende war zu meistern, und in einer Woche „droht“ bei einem Pokalsieg der Eintracht eine weitere Sonderaufgabe mit der Organisation von Corso und Empfang am Römer. Der Frankfurter kommt derzeit gar nicht aus dem Feiern heraus. Stephanie Wüst dürfte gewappnet sein.