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Vor dem Spiel : Ohrfeigen zwischen Frankfurter und Straßburger Fans

Konfliktpotential: Schon beim Hinspiel in Straßburg kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Mannschaft – hier ein Transparent von SGE-Anhängern Bild: dpa

Am Nachmittag ist es zu ersten Streitereien zwischen Fans von Eintracht Frankfurt und Racing Strasbourg gekommen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung – 20 Hooligans sind im Visier.

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          Vor dem Spiel der Eintracht gegen Racing Strasbourg ist es am frühen Nachmittag schon zu einer Auseinandersetzung zwischen Anhänger beider Mannschaften gekommen. Wie die Polizei mitteilte, waren drei Frankfurter Fans in Sachsenhausen unterwegs, als sie eine Gruppe von zehn jungen Männern ausmachten, bei denen es sich um Fans der französischen Mannschaft handelten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es kam zu Schlägen in Form von Ohrfeigen, die nach Angaben der Polizei von den Frankfurter Fans ausgegangen sind. Anschließend flüchtete die Gruppe mit Fahrrädern. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Sie hatte schon am Dienstag vor möglichen Auseinandersetzungen gewarnt. 

          Aufenthalts- und Betretungsverbote

          Die Polizei hatte vor dem Spieltag elf Gefährderanschreiben an Eintracht-Anhänger verschickt, um sie zu informieren, dass man sie „im Blick“ habe. Gegen zehn weitere heimische Fans wurden Aufenthalts- und Betretungsverbote ausgesprochen. Das heißt, sie dürfen sich am Donnerstag nicht im Stadion aufhalten, manche von ihnen müssen sogar neuralgische Orte der Innenstadt – wie das Bahnhofsviertel, die Zeil, den Römerberg und Alt-Sachsenhausen – meiden.

          Krawall-Touristen unterwegs?

          Platzverweise gegen Strasbourg-Fans gibt es bislang nicht. Sollte sich jedoch herausstellen, dass einige von ihnen in der Absicht anreisten, Gewalt auszuüben, so der Einsatzleiter Thorsten Fleischer, könne ein Platzverweis jederzeit ausgesprochen werden.

          Ein solches Betretungsverbot könnte beispielsweise 20 französischen Hooligans drohen, die sich am Vormittag auf dem Weg nach Frankfurt gemacht haben – ohne Ticket. Vorerst würden sie in die Stadt gelassen, so Einsatzleiter Fleischer. „Sollten sie aber als gewalttätig auffallen, werde man sofort ein Aufenthaltsverbot aussprechen. Wenn sie versuchen, unberechtigt auf das Stadiongelände zu gelangen, wird man sie in Gewahrsam nehmen.“

          Vor der Partie blieb es dann allerdings ruhig, zu weiteren Auseinandersetzungen kam es nicht. Allerdings stellte der Anreiseverkehr die Polizei vor viel größere Herausforderungen. Weil zu viele Fans mit dem Auto anreisten, waren die Parkplätze schon am späten Nachmittag voll. Probleme gab es zudem mit einem Dutzend Fan-Bussen, die aus Straßburg anreisten. Weil sie sich zum Teil erst sehr spät auf den Weg nach Frankfurt gemacht hatten und aus Sicherheitsgründen an der Grenze kontrolliert wurden, kamen sie erst gegen halb sieben am Stadion an. Da unklar war, welche Kategorie von Fans sich in den Bussen aufhielten und durch die verzögerte Anreise möglicherweise ein Sicherheitsrisiko drohte, zog die Polizei noch auf der Autobahn die Reisebusse zusammen, indem sie sie abpasste und nach Frankfurt eskortierte. Das sei vor allem deshalb notwendig gewesen, um die französischen Fans gemeinsam anreisen zu lassen und sie dadurch stärker unter Kontrolle zu bringen für den Fall, dass sie sich aufgrund der knappen Zeit unkooperativ zeigen sollten an der Einlasskontrolle.

          Die Polizei sperrte die Mörfelder Landstraße auf Höhe des Parkplatzes 9, der für die Gastfans reserviert ist, vorübergehend ab, um die Busse entgegen der Fahrtrichtung auf den Parkplatz zu lenken. Eine Alternativroute entlang des Kreisels am Oberforsthaus wurde kurzfristig verworfen, um zu verhindern, dass Anhänger von Eintracht Frankfurt und Racing Strasbourg aufeinandertreffen. Zudem wollte die Polizei vermeiden, dass französische Fans aus Angst, das Stadion nicht mehr rechtzeitig zu erreichen, mitten im Berufsverkehr aus dem Bus aussteigen und zu Fuß zum Stadion laufen würden.

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