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Frankfurter Terminal 3 : Gleisanschluss nötig

So soll das neue Terminal 3 einmal aussehen (Computerdarstellung) – nur die S-Bahn fehlt. Bild: extern

Bald liegt der Grundstein für das Terminal 3 am Fraport. Pläne für einen Anschluss an die S-Bahn gibt es jedoch nicht. Die zuständigen Politiker scheinen noch mit ihrem Groll über das Terminal beschäftigt.

          Das Terminal 3 des Frankfurter Flughafens wird gebaut, auch wenn der für den Luftverkehr zuständige Minister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) der Grundsteinlegung am Montag fernbleiben. Jetzt, da sie das Projekt nicht mehr verhindern können, sollten die beiden Politiker und alle anderen Gegner des neuen Terminals ihre Energie lieber auf ein anderes Ziel lenken, nämlich auf die Anbindung des Terminals 3 an die S-Bahn. Der Flughafenbetreiber Fraport hält solch einen Anschluss für unnötig. Nach seinen Vorstellungen sollen die Passagiere mit der Eisenbahn zum Terminal 1 fahren und von dort aus weiter mit der automatischen Skyline-Hochbahn reisen, die zum Terminal 3 verlängert werden soll.

          Doch mit diesem Plan dürfte Fraport falsch liegen. Denn erstens ist die Anreise auf diese Weise umständlich. Und zweitens hat der Regionalbahnhof, über den das Gros der Passagiere ohne Auto anreist, schon jetzt seine Kapazitätsgrenze erreicht. Fluggäste werden vermutlich nur einmal die Erfahrung machen wollen, dass die S-Bahn voll ist und sie auf dem Bahnsteig stehen gelassen werden. Das nächste Mal nehmen sie das Auto – und geraten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in den nächsten Ärger. Denn das Frankfurter Kreuz, über das viele Autofahrer den Flughafen erreichen, ist schon jetzt hoch belastet und kann einen weiteren Verkehrsanstieg eigentlich nicht mehr verkraften.

          Allein schon im Interesse seiner Fluggäste sollte Fraport seine Haltung ändern und den Bau einer S-Bahn-Verbindung anstreben. Die Regionalplanung sieht denn auch einen S-Bahn-Anschluss für das neue Terminal vor. Daraus sollte endlich ein Projekt werden. Denn erfahrungsgemäß dauern Schienen-Vorhaben mindestens ein Jahrzehnt bis zur Verwirklichung. Jetzt und nicht erst morgen müsste mit den Planungen begonnen, müsste ein Finanzkonzept erarbeitet werden.

          Die Frage, ob sich der Flughafenbetreiber Fraport an einem solchen S-Bahn-Projekt finanziell beteiligt, wie dies Minister Al-Wazir und die Frankfurter SPD verlangen, verweist auf einen Nebenschauplatz. Jetzt geht es zuerst einmal darum, zu einer Grundsatzentscheidung zu kommen, die von Land, Stadt, Bahn, Rhein-Main-Verkehrsverbund und Fraport getragen wird. In dieser Sache können sich der Verkehrsminister und der Frankfurter Oberbürgermeister Verdienste erwerben – und nicht, indem sie die Grundsteinlegung boykottieren.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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