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Frankfurter Studie Blockade in Zellen stoppt Coronavirus

Mit einer Reihe klinisch erprobter Krebsmedikamente haben Frankfurter Forscher die Vermehrung des Coronavirus gestoppt. Und dann ist ihnen noch etwas gelungen, das bisher keiner geschafft hatte.

Von Daniel Schleidt

Klein, aber gemein: Coronavirus unter dem Elektronenmikroskop, zur Verfügung gestellt vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases
© dpa
Klein, aber gemein: Coronavirus unter dem Elektronenmikroskop, zur Verfügung gestellt vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases

Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität haben erstmals ein Gesamtbild von Zellen erstellt, die vom Sars-CoV-2-Virus befallen sind. Dabei gelang es den Forschern in Zellkultur-Experimenten, die Vermehrung des Virus mit einer Reihe klinisch erprobter Krebsmedikamente zu stoppen.

Viele Viren nutzen und manipulieren Kommunikationswege ihrer Wirtszellen, um ihre eigene Vermehrung zu befördern. Die Forscher fanden nun heraus, dass eine Unterbrechung dieser Signalwege dazu führt, dass sich das Virus nicht mehr vermehren kann.

Fünf Wirkstoffe getestet

Es gebe eine Reihe sehr wirksamer Krebsmedikamente, die solche Signalwege unterbrechen könnten, sagt Christian Münch vom Institut für Biochemie II der Goethe-Universität. Fünf dieser Wirkstoffe habe man in den Studien getestet, und alle fünf hätten zu einem vollständigen Stopp der Replikation von Coronaviren geführt.

Da bereits zugelassene Medikamente einen Entwicklungsvorsprung hätten, könne man auf Grundlage der jüngsten Forschungsergebnisse und weniger weiterer Expertimente sehr schnell mit klinischen Studien beginnen, ergänzt Jindrich Cinatl vom Institut für Medizinische Virologie der Goethe-Uni. Das Verfahren, mit Hemmstoffen Signalwege von Zellen zu unterbrechen, haben sich die Wissenschaftler über das Tochterunternehmen Innovectis der Universität patentieren lassen.