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Frankfurter Standortdebatte : „Sanierung der Bühnen ökologischer als Neubau“

Wollen von Denkmalschützern erhalten bleiben: die Frankfurter Städtischen Bühnen Bild: dpa

Formal soll die marode Doppelanlage der Frankfurter Städtischen Bühnen abgerissen werden. Die Initiative zum Erhalt dieser freut sich nun aber über Unterstützung der Grünen-Fraktion.

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          So ganz reibungslos ist das Verhältnis noch nicht: In der ersten Fassung ihrer Pressemitteilung bedankt sich die Initiative, die für einen Erhalt der Städtischen Bühnen wirbt, noch beim Grünen-Fraktionsvorsitzenden „Wolfram“ Popp, weil auf dessen Drängen hin ein wichtiges Gutachten veröffentlicht worden sei. Weil der Mann aber in Wirklichkeit Sebastian heißt, schickte die Initiative noch schnell eine Korrekturmeldung hinterher. Die „Initiative Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt“ fühlt sich den Grünen zu Dank verpflichtet – ein Vorgang, der die Frage aufwirft: Wie halten es eigentlich die Grünen mit dem Erhalt der Bühnen?

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Formal haben sie als Teil der Römer-Koalition den Abriss der maroden Doppelanlage beschlossen. Die Begründung lautete, dass eine Sanierung mit baulichen Überraschungen und schwer kalkulierbaren Kosten verbunden wäre. Ein Neubau böte Planungssicherheit. Doch Popp scheint den Erhalt noch nicht abzuschreiben. Treiben die Denkmalschützer also einen Keil in die Römer-Koalition?

          Zu optimistische Erwartungen

          Die Unterstützer haben das Gutachten ausgewertet und leiten daraus ihre Schlüsse ab: Die vermeintliche Alternativlosigkeit einer Neubaulösung werde in Frage gestellt. „Es stimmt demnach nicht, das man mit einer Sanierung für mehr Geld etwas Schlechteres erhält“, heißt es in der Mitteilung. Eine optimierte Sanierung mit ausgelagertem Produktionszentrum werde voraussichtlich etwas billiger als ein Neubau, sei funktional im Vergleich zum gegenwärtigen Zustand deutlich besser und auch vergleichbar zu anderen internationalen Häusern. Zwar werde die Funktionalität einer Neubaulösung nicht ganz erreicht. „Dafür aber wird eine Bestandslösung dem bislang ignorierten Denkmalschutz gerecht und hat eine deutlich bessere Ökobilanz.“ Die Erwartungen an einen Neubau seien bezüglich der Kosten, Risiken und der Funktionalität zu optimistisch. Ein sanierter Bestand sei im Betrieb energetisch so effizient wie ein Neubau. Beziehe man auch den Herstellungsaufwand, also die „graue Energie“, mit ein, sei eine Bestandslösung sogar wesentlich ökologischer.

          Die bisherige Sanierungsplanung sei in einigen Punkten falsch. So sei die Probebühne für die Oper fast doppelt so groß wie üblich, und die Haustechnik überschreite den Bedarf um 1000 Quadratmeter. Auch sei nicht nachvollziehbar, warum der Werkstatt-Turm nur sechs Jahre nach Fertigstellung nicht mehr geeignet sein soll. Es gebe auch noch ein Erweiterungspotential um 2000 Quadratmeter. Zur bisher ungünstigen Bewertung von Bestandslösungen trügen die Interimskosten von gut 100 Millionen Euro bei. Die von der Opernintendanz gestellten Anforderungen an eine Ausweichbühne seien unüblich und weltweit einmalig. „Nirgends wurden bislang Interims mit Drehbühnen realisiert, was zu sehr hohen Mehrkosten führt.“ Die Planer hätten die Kosten für das Grundstück und dessen Erschließung ausgespart, was die Neubaulösung deutlich preiswerter erscheinen lasse.

          Während Popp nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, teilte die Stabsstelle für die Städtischen Bühnen auf Anfrage mit, die von der Initiative verfassten Argumente und Zitate seien „grob falsch oder verkürzen den Sachverhalt unzulässig“. Der Bericht des Validierungsteams bestätige die Annahmen, Berechnungen und Aussagen des Planungsteams. Die von der Initiative ins Feld geführten Argumente, die angeblich eine Sanierung empfählen, seien „nicht stichhaltig“.

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