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Rassismus : Frankfurter Stadtverordnete beschließen die Ächtung von zwei Wörtern

  • Aktualisiert am

Das „N-Wort“ und das „M-Wort“ soll in Frankfurt niemand mehr sagen und schreiben. Die Stadtverordneten haben mit großer Mehrheit einen Antrag beschlossen, der diese beiden Wörter ächtet und zum Kampf gegen Rassismus aufruft.

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          Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am Donnerstag mit großer Mehrheit einen Antrag beschlossen, wonach sie sich gegen rassistische Diskriminierung einsetzt, die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte fordert und die Wörter „Neger“ und „Mohr“ als rassistisch und diskriminierend ächtet; im Antrag ist vom „N-Wort“ und „M-Wort“ die Rede.

          In dem von der Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt eingebrachten Antrag heißt es: „Wir bekennen uns zu Offenheit und Toleranz im Zusammenleben aller Menschen in Frankfurt.“ Die Befassung mit der Kolonialgeschichte soll unter anderem dadurch geschehen, dass die Namen von Straßen und Plätzen daraufhin überprüft werden, ob damit Personen geehrt werden, die einen Bezug zu diesem Kapitel der Geschichte haben. In der Sitzung sagte der Grünen-Stadtverordnete Emre Telyakar, es müssten nicht alle Namen sofort verschwinden, aber man müsse sich damit auseinandersetzen, wozu etwa erläuternde Tafeln an den Straßenschildern dienen könnten. Nachdem von ihm die Umbenennung der Miquelallee ins Gespräch gebracht worden sei, habe er Drohungen, sogar Morddrohungen, erhalten. Mirrianne Mahn (Die Grünen) sagte: „Der Rassismus lächelt dir ins Gesicht, wenn er sagt, dass die Ächtung eines Begriffs doch nichts ändern würde“, und kritisierte, dass das Dezernat von Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen), die unter anderem für Diversität zuständig ist, finanziell zu schlecht ausgestattet sei.

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