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Frankfurter Stadtgeschichte : Auf Trümmern zu Recht und Freiheit

  • -Aktualisiert am

Der Oberbürgermeister des Wiederaufbaus: 1946 wurde Walter Kolb Stadtoberhaupt. Hier legt er am Römerberg mit dem Presslufthammer selbst Hand an. Bild: Repro Dieter Schirg

Vor 75 Jahren etablierte sich wieder die Demokratie in Frankfurt. Die Parteien im Römer stritten – doch SPD und CDU fanden schließlich für lange Zeit zusammen.

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          „Mitbürger. Männer und Frauen Frankfurts.“ Pathos legte Kurt Blaum in seine Worte. Mit der Wahl am nächsten Sonntag werde den Bürgern nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht gegeben. „Zeigt der Welt, dass ihr gewillt seid, eure neue staatsbürgerliche Freiheit zu gebrauchen und damit den ersten Schritt zu einem Wiederaufbau Deutschlands in freiheitlichem Geiste zu tun“, mahnte er. Die furchtbaren Folgen des „totalen deutschen Zusammenbruchs“ seien nicht in wenigen Jahren zu überwinden. Nur wenn das Ausland die Bereitschaft des deutschen Volkes „zu eigener freiheitlicher Lebensgestaltung und opferbereitem Aufbau“ feststelle, werde es Hilfe und Erleichterung gewähren.

          Die erste freie Wahl seit 1933, seit der Nazidiktatur, die Deutschland, beladen mit schwerer sittlich-moralischer Schuld, ins Verderben getrieben hatte, war es, zu der der Oberbürgermeister aufrief. Mit der Wahl des Stadtparlaments am 26. Mai 1946, vor 75 Jahren, sollten wieder Grundlagen für die Demokratie in der Stadt der Paulskirche gelegt werden, in der 1848 die erste Nationalversammlung um freiheitliche, politische Grundrechte für die Deutschen gerungen hatte.

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