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Frankfurter Quadriga : Siegesgöttin kehrt aufs Podest zurück

Die frisch restaurierte Siegesgöttin im Streitwagen schwebte auf die Panther zu... Bild: ©Helmut Fricke

Die Siegesgöttin Nike darf wieder auf höchstem Niveau siegen. Zusammen mit ihrer Panther-Quadriga ist sie auf ihr angestammtes Podest an der Vorderfront der Alten Oper in Frankfurt geschwebt. Zuvor war sie in Ostthüringen restauriert worden.

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          Die Siegesgöttin Nike darf wieder auf höchstem Niveau siegen. Zusammen mit ihrer Panther-Quadriga ist sie auf ihr angestammtes Podest an der Vorderfront der Alten Oper geschwebt. Aber nicht ihre vier Panther haben den Streitwagen der Göttin nach oben gezogen, sondern ein Autokran.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ihren krönenden Platz auf dem Giebel des Portikus hatte sie am 19. Oktober vergangenen Jahres verlassen müssen, um der Sanierung der Schauseite von Frankfurts Konzerthaus nicht im Wege zu stehen. Weil auch Götter vor dem Zerstörungswerk der Schadstoffe nicht gefeit sind, ließen sich Nike und ihr Gespann nach Knau in Ostthüringen fahren, wo sie in der Werkstatt für Schmiedekunst der Familie Gerhardt für 30.000 Euro restauriert wurden.

          Vor dem Krieg die Stadt bewacht

          Jetzt kann die Siegesgöttin von ihrem erhöhten Standort aus wieder zum Schauspielhaus Frankfurt hinüberblicken. Dort drüben am heutigen Willy-Brandt-Platz hat Nike mit ihrer Quadriga vor dem Krieg die Stadt bewacht. Das Schauspielhaus ist am 29. Januar 1944 nach einem Bombenangriff ausgebrannt, Nike hat durch eine glückliche Fügung die Katastrophe überstanden. Und doch wäre sie 1960 beinahe im Orkus verschwunden. Während eines Fassadenumbaus wurde sie kurzerhand demontiert und an einen Liebhaber in Wehrheim verkauft.

          ...wurde von Arbeitern in Empfang genommen...

          Dessen Liebe zu dem 1902 von Franz Krüger geschaffenen Kunstwerk kühlte aber ab, er verkaufte die Quadriga an einen Schrotthändler in Nieder-Eschbach. Dort wurde sie zum Glück von einem Fotografen entdeckt, der die Öffentlichkeit auf die schändliche Tat hinwies. Die Aktionsgemeinschaft Alte Oper erwarb für 250 000 Mark das Gespann der Göttin und stiftete es der Alten Oper, deren Giebel Nike seit 1981 ziert.

          Restaurierung dauert an

          Ob Nike tatsächlich Nike ist, darüber streiten übrigens die Gelehrten. Bei der Dame könnte es sich auch um Erato handeln, die Muse der Dichtkunst. Oder um Ariadne. Auch Menade steht zur Diskussion. Selbst Vinzenz Brinkmann, der Antikenfachmann vom Frankfurter Liebieghaus, rätselt noch. Mit der jetzigen Rückkehr der Quadriga auf die Alte Oper ist auch die Sanierung der Hauptfassade beendet. Mitte April darf auf der Terrasse des „Operá“ wieder diniert werden.

          Die Restaurierungsarbeiten am Eingangs-Portikus werden noch bis Ende Mai dauern. Schon vor einer Woche sind die steinernen Künstlerreliefs über den großen Bogenfenstern an der Hauptfassade nach ihrer Restaurierung wieder eingesetzt worden. Die Alte Oper glänzt also wie bei ihrer Eröffnung – und lässt damit auch Frankfurt glänzen.

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