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Frankfurter Palmengarten : Blütenpracht für einen Tag

Blütenpracht: Hibiskus moscheutos liebt heiße Sommer. Bild: Wonge Bergmann

Gleich mehrere Dutzend eines Riesenhibiskus können die Besucher derzeit im Frankfurter Schaugarten bewundern. Die Pflanze gehört zu den Gewinnern des Klimawandels.

          Früher kannte man den Hibiskus nur als Zimmerpflanze für die Fensterbank. Doch inzwischen haben auch in deutschen Gärten die aus den Tropen stammenden Arten Einzug gehalten, die – zumindest im Rhein-Main-Gebiet – auch die Winter draußen überstehen. Im Palmengarten sind im Augenblick besonders prächtige Exemplare zu bewundern: Gleich mehrere Dutzend Pflanzen des Riesenhibiskus, der auch als Sumpf-eibisch bezeichnet wird, sind im Schaugarten in voller Blüte zu bewundern.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Wildart des Hibiskus moscheutos ist im südöstlichen Teil der Vereinigten Staaten zu Hause, vor allem in Florida. Wie Botanikerin Hilke Steinecke erläutert, hat man in den fünfziger Jahren damit begonnen, diese Hibiskus-Art mit normal großen Blüten weiter zu züchten. Heute gibt es Pflanzen, die bis zu zwei Meter groß werden und Blüten mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern und mehr haben. Einziger Nachteil der Hibiskus-Blüte: Sie zeigt ihre Pracht nur für einen Tag. „Dafür haben die Pflanzen aber in der Regel auch sehr viele Blüten“, sagt Steinecke.

          „Optimale Bedingungen“

          Die Hibiskus-Pflanzen gehören im Übrigen zu den Gewinnern des Klimawandels: Der Riesenhibiskus oder Sumpfeibisch braucht zwar, wie der Name vermuten lässt, viel Wasser, aber er liebt auch die Sonne und die Hitze. „Dieser Juli hat unseren Hibiskus-Pflanzen optimale Bedingungen geboten“, sagt denn auch die Botanikerin Steinecke. Für sie ist das besondere dieser Pflanzen, dass sie relativ spät im Jahr ihre Blüten ausbilden, in der Regel ist es erst im Juli so weit. Dann zeigen sie ihre Pracht aber häufig bis Ende September – wenn viele andere Sommerblumen längst verblüht sind.

          Bewunderung: Die Pflanze wird bis zu zwei Meter groß.

          Unter Hinweis auf den Hibiskus mit seinen schönen Blüten, die es in Weiß, Rosé, aber auch in leuchtenden Rottönen gibt, ist Steinecke sofort bereit, ein flammendes Plädoyer für die Existenz exotischer Pflanzen im Garten zu halten. Sie hält es für falsch, zugunsten heimischer Pflanzen völlig auf Exoten zu verzichten. „Ein Garten lebt von der Vielfalt“, sagt sie, die gesamte Gartenkultur bestehe daraus, sich bei den Zierpflanzen aus aller Welt zu bedienen.

          Sumpfeibisch: Die Blüten des Riesenhibiskus können auf einen Durchmesser von 30 Zentimeter anwachsen.

          Auch exotische Arten böten Insekten Nahrung. Häufig sogar dann, wenn heimische nicht mehr blühten. Auf gefüllte Blüten solle man aber grundsätzlich verzichten. „Das sind Mogelpackungen, denen fehlen Pollen und Nektar“, sagt Steinecke. „Das ist nur etwas für die Optik.“

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